Josef Hader (*1962 in Waldhausen/Niederösterreich) wuchs auf einem Bauernhof auf und genoss eine streng katholische Erziehung im Stiftsgymnasium Melk. Später trat er aus der Kirche aus, nicht ohne ihr doch dankbar zu sein. Schließlich habe er dort die ersten Linken kennen gelernt. Erste Kabarettschritte machte er schon an der Schule („Kritische Nummern über Lehrer vor Schülern. Riesenerfolg. Das Wesen von Kabarett verstanden.“). Das Lehramtsstudium für Deutsch und Geschichte brach er ab, um sich in den Achtziger Jahren ganz seinen zunehmend erfolgreichen Bühnenprogrammen zu widmen, für die er bis heute im deutschsprachigen Raum tourt und zahlreiche Preise gewinnt. Nach ersten Fernseh- und Filmrollen arbeitete er 2001 bei der Wolf-Haas-Verfilmung „Komm süßer Tod“ am Drehbuch mit und spielte unter der Regie von Wolfgang Murnberger zum ersten Mal Privatdetektiv Simon Brenner. Nach weiteren Auftritten in dieser Paraderolle und als Pathologe im TV-Zweiteiler „Aufschneider“ verkörperte er in Maria Schraders „Vor der Morgenröte“ den emigrierten Schriftsteller Stefan Zweig und wurde dafür u.a. mit dem Preis der Deutschen Filmkritik ausgezeichnet. 2017 feierte Josef Haders „Wilde Maus“ Premiere im Wettbewerb der Berlinale – sein Debüt als Kinoregisseur.

Beim Rendezvous der filmsociety 2017 – das von gleich zwei Kölner ausverkauften Previews von „Wilde Maus“ im Odeon und Off Broadway eingerahmt wurde – war Josef Hader im KunstSalon zu Gast. Im Gespräch mit Filmredakteur und -wissenschaftler Daniel Kothenschulte zeigte sich der österreichische Schauspieler, Kabarettist, Drehbuchautor und (Jung-)Regisseur bestens aufgelegt und sorgte – im Ton stets lakonisch und vor allem angenehm selbstironisch – beim Publikum für viele Lacher und Zwischenapplaus.