jour fixe Rückblick
13. Mai Husch Josten und Prof. Gottfried Honnefelder
Ein besonderes Anliegen des KunstSalon ist die Entdeckung junger, vielversprechender Künstlerpersönlichkeiten wie die der Autorin Husch Josten - und zu einer gelungenen Karriere gehört ein gelungener Start. Für einen Schriftsteller bedeutet das, einen guten Verleger zu finden. Husch Josten und Prof. Dr. Gottfried Honnefelder haben sich gefunden – nun ist der zweite Roman der Nachwuchsautorin bei bup erschienen. Von diesem schwer in Worte zu fassenden Bedürfnis nach Erkenntnis handelt einer der ungewöhnlichsten Romane dieses Frühjahrs“, urteilt die Literaturrezensentin Felicitas von Lovenberg in der FAZ über Husch Josten. Nach Ihrem Debüt „In Sachen Joseph“ (2010) ist nun „Das Glück von Frau Pfeiffer“ bei Berlin University Press erschienen.
Die „aspekte“ – Literaturpreisträgerin, 1969 in Köln geboren, ist auf der einen Seite eine „Junge Autorin“, auf der anderen Seite aber eine lebenserfahrene Kosmopolitin. Sie hat u.a. in Paris studiert, war Texterin, hat PR gemacht und als Journalistin in London gearbeitet. So konnte ihr ein weiser Roman gelingen. Ihre Heldin ist eine Frau, die es sich leisten kann, über das Leben nachzudenken und die Menschen in ihrem Tun zu beobachten. Die Tugenden ihrer Heldin sind letztlich auch die dieser Autorin: Die wache Aufmerksamkeit für jene komplexen, spannenden Zusammenhänge zwischen Menschen, Ereignissen und Entwicklungen, die dem oberflächlichen Zeitgenossen entgehen.
Wach war auch ihr Verleger, Prof. Dr. Gottfried Honnefelder, als er die Kölner Kosmopolitin entdeckte und nun ihr zweites Buch verlegt hat. Der erfahrene Kölner Verleger hat 23 Jahre für den Suhrkamp Verlag gearbeitet, danach als Geschäftsführer für den DuMont Buchverlag; 2006 gründete er den Verlag Berlin University Press. Er war Vorstand des Literaturhauses Köln e.V und ist seit 2008 Honorarprofessor in Bonn.Foto Josten:Isabelle Woopen, Foto Honnefelder:bup
Und übrigens: Im Rahmen unseres Festivals „Literatur in den Häusern der Stadt“, liest Husch Josten aus ihrem aktuellen Buch: Das Glück von Frau Pfeiffer.
15. April 2012 - Stefan Bachmann
„Liebe das, was du tust“, zitiert Stefan Bachmann Steve Jobs und meint damit seine große Lust, in Köln anzutreten. Kulturdezernent Georg Quander hat trotz nicht einfacher kulturpolitischer Hintergründe für die Besetzung der Kölner Schauspielintendanz nach Karin Beier eine Künstlerpersönlichkeit vorgeschlagen, die vitales Theater auf hohem Niveau verspricht – und offenbar ausgesprochen gerne nach Köln kommt. Wenn Stefan Bachmann ab September 2013 als inszenierender Intendant die Kölner Bühne betritt, könnte etwas bisher fast Undenkbares geschehen, dass nämlich auf dem Niveau, das Karin Beier nach Köln gebracht hat, eine Erfolgsgeschichte weitergeschrieben wird – Kölns Schauspiel gehört zu den besten im deutschsprachigen Raum. Vita und bisherige Erfolge des Stefan Bachmann sind jedenfalls beachtlich:
1996 zum besten Nachwuchsregisseur gewählt, übernimmt er 1998 die Intendanz des Theaters in Basel, 1999 wird dieses Haus zum „Theater des Jahres“ gewählt. Bachmann leitet es als jüngster Direktor eines deutschsprachigen Theaters bis 2003, um dann als freier Regisseur den Weg über viele große Bühnen zu gehen – Deutsches Theater Berlin, Thalia Theater Hamburg, Burgtheater Wien, die Schauspielhäuser Zürich und Düsseldorf. 2008 erhält er den Nestroy Theater Preis. 2011 erlebt er seine 4. Nominierung zum Berliner Theatertreffen mit der Regie von Kathrin Rögglas’ „Die Beteiligten“ über das Entführungs- und Medienopfer Natascha Kampusch.
Foto: © Till Eitel, www.eyetill.com
11. März 2012 - Mechthild Großmann
Der Großteil der Deutschen kennt unseren kommenden jour fixe-Gast als Staatsanwältin des ARD-Tatorts aus Münster - und wem der Name Mechthild Großmann noch nichts sagt, wird spätestens beim unverwechselbaren Klang ihrer markanten Stimme aufhorchen. Doch was einen Künstler populär macht, ist leider häufig nicht dasselbe, wofür auch seine Leidenschaft brennt.
Denn die Schauspielerin Mechthild Großmann brennt in erster Linie für die Bühne – und ganz besonders für die Bühne des Wuppertaler Tanztheaters. Seit Pina Bausch sie 1975 für ihren Brecht-Weill-Abend „Die sieben Todsünden/Fürchtet euch nicht“ entdeckte, steht sie bis heute immer wieder mit der Tanzkompanie auf der Bühne - und ihre Auftritte sind kleine Höhepunkte in den Stücken: Diva, Diseuse oder raunende Kassandra, aber auch komische oder skurrile Parts, ob in „Kontakthof“, „1980“ oder „Die sieben Todsünden“. Sie nennt das Tanztheater Wuppertal ihre künstlerische Heimat und hat von der großartigen und tief bewunderten Künstlerin Pina Bausch so viel gelernt wie von niemand anderem.
Fotos: Till Eitel, www.eyetill.com
12. Februar 2012 - Ensemble musikFabrik
Ob Tanz, Theater, Bildende Kunst oder Musik - was die kulturellen Schwerpunkte betrifft, hat man in Köln oft den unbequemeren Weg gewählt und sich auf Zeitgenössisches konzentriert. Köln ist immer ein Zentrum für Neue Musik gewesen und eines der international erfolgreichsten Ensembles auf diesem Gebiet auch in Köln beheimatet: das Ensemble musikFabrik. Das Ensemble bietet seinen erfolgreichen Musikern seit über 20 Jahren Raum für Experimente und für die Entwicklung neuer Kompositionen. Und der Erfolg gibt ihnen Recht: Über 400 Uraufführungen wurden bereits auf die Bühne gebracht – von Großprojekten, wie die Premiere von Stockhausens Oper „Sonntag“ bis zu klein besetzten Kammerwerken. Mit dem Gründungsmitglied und aktuellen geschäftsführenden Intendanten Thomas Oesterdiekhoff begrüßten wir zum Gespräch nicht nur einen erfolgreichen Musiker, sondern auch einen Experten für zeitgenössische Musik, der uns interessante Einblicke in die Erfolgsgeschichte der musikFabrik gegeben und mit musikalischen Kostproben des Ensembles auch den Zugang zu dieser Kunst vermittelt hat.
8. Januar 2012 - Neujahrsempfang
Wir haben beim Neujahrsempfang des KunstSalon schon interessante politische
Statements zur Situation des Kulturstandorts Köln gehört und ehrgeizige Pläne, die
kulturelle Entwicklung voranzutreiben. Das Jahr 2012 eröffneten wir mit einem Blick auf Befindlichkeit und Zukunft der Künste in Köln aus der Sicht eines Kölner
Kulturschaffenden mit großer internationaler Reputation: Kaspar König, dem Direktor des renommierten Museum Ludwig.
Für zwei Künstler verspricht 2012 ein sehr positives Jahr zu werden: In beiden Projekten der Spitzenförderung des KunstSalon wurden zum Start ins neue Jahr wieder Stipendien vergeben.
Der junge Medienkünstler und Klauke-Schüler Hans Diernberger erhält das 9. Villa Aurora–Stipendium des KunstSalon für Bildende Künstler, welches ihm einen 3-monatigen Arbeitsaufenthalt in der ehemaligen Feuchtwanger-Villa in Los Angeles und eine anschließende Ausstellung im Kunstraum Fuhrwerkswaage ermöglicht. Die Schweizer Autorin und Schauspielerin Sasha Rau wurde ausgewählt für den 3. KunstSalon-Autorenpreis für das Schauspiel Köln und darf sich neben der finanziellen Unterstützung zum Schreiben eines Theaterstücks in Höhe von 15.000 € über die Garantie der Uraufführung dieses Stücks am Schauspiel Köln freuen. Wir gratulieren herzlich! Fotos: Till Eitel, www.eyetill.com
11. Dezember 2011 - jour fixe mit Martin Schläpfer
Er gilt als Erneuerer der neoklassischen Tanzkunst: ein Macher, Tanzbesessener, intellektueller Grübler mit Humor: Martin Schläpfer, Jahrgang 1959, gehört zu den wenigen klassischen Startänzern, die sich als Ballettdirektoren zu herausragenden Choreografen mit eigener Handschrift entwickelt haben. Im Dezember hatten unsere Gäste die Gelegenheit, den sympatischen Ausnahmechoreografen im Gespräch im KunstSalon kennenzulernen. Er berichtete uns eindrucksvoll von den Stationen seiner Karriere, darunter als Solotänzer am Staatstheater Basel bei Heinz Spoerli, als Betreiber einer eigenen Ballettschule, als Ballettdirektor am Stadttheater Bern und am Staatstheater Mainz udn schließlich am Ballett der Deutschen Oper Düsseldorf Duisburg. Seine Inszenierungen zeigen immer einen risikofreudigen Künstler auf dem Gipfel des zeitgenössischen Balletts. Die Musik steht dabei für ihn meist am Anfang einer neuen Arbeit. Aus ihren Tönen, Klängen, Rhythmen und Farben schöpft er die Energien für seine zutiefst musikalische Tanzkunst - Tänze, die neues Bewegungsterrain erschließen und die Phantasie noch lange über den Abend hinaus beschäftigen. Fotos: Till Eitel, www.eyetill.com
6. November 2011 - jour fixe mit Dr. Mechthild Borries-Knopp
Seit 1995 öffnet die Villa Aurora in Kalifornien als angesehene Künstlerresidenz und Ort internationaler Kulturbegegnungen ihre Türen für vielversprechende deutsche Künstler aus den Bereichen Literatur, Musik, Bildende Kunst und Film. Mehr als 150 Künstler haben bereits in dem ehemaligen Wohnhaus von Lion und Marta Feuchtwanger in der Emigration als Stipendiaten gelebt und gearbeitet. Seit den Anfängen werden die Geschicke der Villa Aurora in Los Angeles und in der Geschäftsstelle in Berlin von Dr. Mechthild Borries-Knopp geleitet, die uns im Gespräch beim jour fixe tiefe Einblicke in die spannende Geschichte der Villa Aurora und vielfältige Künstlerbegegnungen gewährte. Der KunstSalon ermöglicht in guter Zusammenarbeit mit den „Freunden der Villa Aurora“ alle 2 Jahre einem Bildenden Künstler einen Aufenthalt in L.A. mit anschließender Ausstellung in Köln. Beim jour fixe standen Thomas Klegin -1999 erster KunstSalon-Stipendiat und heute Professor für Gestaltungslehre und plastisches Gestalten an der Hochschule Niederrhein- und Achim Mohné -Kölner Künstler und Villa Aurora-Stipendiat 2000, der soeben auf der Moskauer Biennale of Contemporary Art vertreten war- stellvertretend für alle anderen Stipendiaten für Erfolg und Nachhaltigkeit der erhaltenen Förderung.
9. Oktober 2011 - jour fixe mit Corinna Belz und Norbert Arns
Es ist kein Geheimnis, dass Gerhard Richter die Öffentlichkeit scheut. Diesem bedeutendsten Bildenden Künstler der Gegenwart über die Schultern blicken zu dürfen, ist schon an sich eine Sensation. Ihn aber auch noch bei der Arbeit filmen zu können, das war bislang gerade im Fall von Gerhard Richter unvorstellbar. Umso erstaunlicher ist es, dass er diesem Filmprojekt zugestimmt hat: Die Regisseurin Corinna Belz begleitete ihn monatelang mit ihrer Kamera. Das Ergebnis ist die aktuell in den Kinos laufende Dokumentation „Gerhard Richter painting“. Gerhard Richter ist auch in diesem Film schweigsam, doch zeigt uns dieses Werk, dass Hinschauen, sich Zeit lassen und Dinge auf sich wirken lassen, erhellender sein kann als lexikalische Wissensvermittlung. Die Idee zu einem längeren Film entstand beim Drehen einer Dokumentation über „Das Kölner Domfenster“. Zuvor hatte Richter 15 Jahre lang alle Anfragen für ähnliche Vorhaben abgeblockt. Wir nähertem uns einem der größten Künstler unserer Zeit im Gespräch mit der Regisseurin Corinna Belz und Norbert Arns - Mitwirkender im Film und einer der beiden Assistenten von Gerhard Richter! Weitere Eindrücke dieses jour fixe erhalten Sie hier!
11. September 2011 - jour fixe mit Nicolas Brieger
Am 16. September wird die Kölner Opernsaison mit der Neuinszenierung des Monumentalwerks „Krieg und Frieden“ von Sergej Prokofjew eröffnet. Der Regisseur dieser aufwändigen Inszenierung ist vielen von uns als beeindruckender Wegbegleiter beim Aufbau des KunstSalon in den 90er Jahren bekannt und war im September unser Gast beim jour fixe: Nicolas Brieger. „Krieg und Frieden“ von Lew Tolstoi ist ein Klassiker der Weltliteratur. Trotz der Popularität der literarischen Vorlage brachten einige wenige Aufführungen Prokofjews größtem Werk nicht die Wahrnehmung ein, die seinem Potential gebührt. In seiner Kölner Inszenierung legt Nicolas Brieger die ursprünglichen Intentionen Prokofjews wieder frei. Die patriotischen Aspekte werden zugunsten der privaten Konstellationen zurückgenommen und damit die Oper deutlich gekürzt. Nicolas Brieger wurde 1945 in Berlin geboren und zählt zu den renommiertesten Regisseuren der Gegenwart. Seit den 70er Jahren ist er als Schauspieler, als Theater- und vor allem als Opernregisseur international erfolgreich. Wir sind gespannt, ob auch diese Inszenierung als Wiederentdeckung des Jahres gefeiert werden wird.
3. Juli 2011 - Jour fixe goes Rheinauhafen
Wir führten zum "Tag der Architektur" fort, womit im Festival "Litaratur in den Häusern der Stadt" bereits begonnen wurde: den Rheinauhafen aus neuen Blickwinkeln zu erleben. Das jour fixe-Gespräch zu dem architektonisch teils spektakulären, in jedem Fall aber ausgefallenen neuen Stadtquartier, führten wir mit dem Kunsthistoriker, Autor und Stadtkonservator a.D. Dr. Ulrich Krings direkt in der besonderen Atmosphäre des Kranhauses. Durch seine langjährige Tätigkeit als leitender Stadtkonservator in Köln und seine aktuelle Veröffentlichung „Köln - seine Bauten / Der Rheinauhafen“ ist er Experte für das ehemalige Hafengelände und seine Architektur und erweiterte die optischen Eindrücke um interessantes Hintergrundwissen. Um besonders viele optische Eindrücke zu sammeln, hatten die Gäste vorab die Gelegenheit an einer Architekturführung durch den Rheinauhafen teilzunehmen. Foto © till eitel | www.eyetill.com
Weitere Bilder des jour fixe am Rheinauhafen finden Sie hier!
8. Mai 2011 - jour fixe mit Ralph Manno
Bei diesem jour fixe begrüßten wir einen der führenden Klarinettisten seiner Generation: Ralph Manno! Nach einem virtuosen musikalischen Einstieg, begleitet von Nenad Lecic am Klavier, erlebten wir den charismatischen Künstler in einem lebhaften Gespräch, welches sicher vielen in Erinnerung bleiben wird. Ralph Manno, der bereits in ganz jungen Jahren, auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken konnte, zählt zur Weltklasse. Neben seinen zahlreichen Auftritten mit Kammermusikensembles oder als Solist mit großen Orchestern unterrichtet er mit Leib und Seele als Professor an der Kölner Musikhochschule und bringt in kulturpädagogischen Projekten jungen Menschen ohne Vorerfahrung die klassische Musik näher. Ein erlebnisreicher Sonntag im KunstSalon: Tolle Musik und ein authentischer Künstler, der viel zu sagen hat! Weitere Impressionenen vom jour fixe finden Sie hier (Foto © till eitel | www.eyetill.com)
10. April 2011 - jour fixe zur Art Cologne
Der April steht in Köln kulturell ganz im Zeichen der Bildenden Künste. Mit der Art Cologne öffnet sich in Köln dann nicht nur die traditionsreichste und wieder neu erstarkte Kunstmesse, auch Galerien und Ausstellungsräume locken parallel mit einem spannenden Programm. Ein Einblick in die Mechanismen des Kunstmarktes und die Bedeutung einer Kunstmesse wie der Art Cologne wurde den Mitgliedern des KunstSalon beim jour fixe aus unterschiedlichen Positionen gewährt. Als Gäste auf der Bühne begrüßten wir:
Klaus Gerrit Friese, Galerist aus Stuttgart und seit vielen Jahren Messeteilnehmer, ist der Vorsitzende des Bundesverbands deutscher Galerien und Editionen (BVDG).
Regine Schumann ist als erfolgreiche, in Köln lebende Künstlerin regelmäßig auf Kunstmessen auch international vertreten.
Klaus Benden ist Kölner Galerist und zugleich Vorsitzender der Freunde der Art Cologne.
13. März 2011 - jour fixe zur kulturpolitischen Diskussion
Auch wenn am 1. März die dramatische Debatte rund um die Kölner Bühnen (hoffentlich) beendet wurde - nebst den damit verbundenen massiven Angriffen auf den Kulturbereich insgesamt, auf künstlerischen Sachverstand und nicht zuletzt gegen Personen, die in Köln Großes leisten - bedurfte dieser Umgang mit dem Thema einer Nachlese. Zumal der KunstSalon im Kontext der bürgerschaftlichen Meinungsbildung eine wichtige Rolle gespielt und sich öffentlich geäußert hat. Diese Nachlese sollte auch für ‚Zukunftsmusik’ sorgen, nämlich verhindern, dass wir derart zerstörerische politische Versuche so bald wieder erleben. Auf der Bühne diskutierten:
Jörg Jung - Initiator Mut zu Kultur / Köln kann auch anders
Dietmar Kobboldt - Vorsitzender der Kölner Theaterkonferenz und Leiter studiobühneköln
Dr. Heinrich Kemper - Vorsitzender Freunde der Kölner Oper e.V.
Dr. Peter Bach - Vorsitzender KunstSalon e.V. und Sprecher Kölner Kulturrat
Moderation: Christian Bos, Kulturredaktion Kölner Stadtanzeiger
13. Februar 2011 - Doğan Akhanlı und Günter Wallraff
Künstler begeben sich durch ihre Arbeit in Gefahr, wenn sie offen Missstände anprangern, wenn sie Namen nennen, wenn ihre Kunst gesellschaftliche – politische Hintergründe berührt. Wie Autoren literarisch mit politischer Unterdrückung, mit Krieg und Elend, gar mit Völkermord umgehen, haben die Gäste des jour fixe in eindringlicher und berührender Weise von Doğan Akhanlı. erfahren. Seit seiner Flucht nach Deutschland hat er sich in Romanen, Aufsätzen, Interviews und in Projekten in Deutschland immer wieder für den wahrhaftigen Umgang mit historischer Gewalt und für die Unteilbarkeit der Menschenrechte eingesetzt. Im August 2010 wurde der kritische Autor bei seiner Einreise in die Türkei wegen seiner angeblichen Teilnahme an einem 1989 geschehenen Raubüberfall verhaftet und inhaftiert. Im Dezember aus der Untersuchungshaft entlassen, wird der Prozess gegen ihn demnächst in der Türkei fortgesetzt. Die Gerichtsverhandlungen wurden von einer internationalen Delegation aus Schriftstellern und Politkern beobachtet. Ein engagiertes Mitglied dieser Delegation ist ein Freund Akhanlıs: Günter Wallraff. Beide Autoren begrüßten wir als Gäste beim jour fixe. (© till eitel | www.eyetill.com)
09. Januar 2011 - Neujahrsempfang der Kunstmeile Süd
Den Auftakt des Kunstmeile Süd-Tages bildete der feierliche Neujahrsempfang im KunstSalon. In der Tradition unserer Neujahrsempfänge haben wir diesmal Herrn Professor Dr. Klaus Schäfer, Staatssekretär im Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW eingeladen, der in seiner Ansprache auf die geplante Kulturpolitik des Landes Nordrhein-Westfalen für das Jahr 2011 einging. Einer der Höhepunkte der Veranstaltung war die anschließende Verleihung des KunstSalon-Autorenpreises für das Schauspiel Köln durch Schauspielintendantin Karin Beier und Dr. Jürgen Graf. Der Preisträger Händl Klaus, Dramatiker, Filmemacher und Schriftsteller, begeisterte das Publikum mit seinem Tiroler Charme und hinterließ Vorfreude auf die Inszenierung seines Stücks "Gabe/Gift. Stück für Musik", das im Herbst 2011 uraufgeführt werden soll. Seinen Ausklang fand der Vormittag mit dem anschließenden Konzert des jungen Klarinettenquartetts Ensemble Vif.(© till eitel | www.eyetill.com)
12. Dezember 2010 - Maria Roers und Thomas Dreißigacker
Der kürzlich verliehene Deutsche Theaterpreis „Der Faust“ ging in der Kategorie Ausstattung / Bühne in diesem Jahr an den Bühnenbildner Thomas Dreißigacker und die Kostümbildnerin Maria Roers für die Gesamtausstattung von „Die Schmutzigen, die Hässlichen und die Gemeinen“. Nachdem Karin Beiers
„tonloses Armutstableau“ nach Scola bereits zur „Inszenierung des
Jahres“ gekürt wurde (Kritikerumfrage Theater heute 2010), setzt sich
der Erfolgsreigen für das Schauspiel Köln damit fort. Die künstlerische
Gestaltung einer Theaterbühne und deren Ausstattung waren Thema dieses
jour fixe – von den beiden Preisträgern waren spannende Details
darüber zu erfahren, welche Gedanken zu der Entstehung eines Gesamtkunstwerks auf der Bühne führen, wie viel künstlerische Freiheit bleibt
und wie die Zusammenarbeit mit dem Regisseur abläuft.
14. November 2010 - Prof. Klaus Schneider
Die gerade erfolgte Neueröffnung des Rautenstrauch-Joest-Museums am Neumarkt – eines der bedeutenden ethnologischen Museen Deutschlands – war der Anlass, mit dem Direktor Prof. Klaus Schneider und dem spontan in die Runde gekommenen Ludwig Theodor von Rautenstrauch über das neue Haus, die neue Konzeption und die bedeutende Sammlung zu sprechen. Die innovative Ausstellungskonzeption verzichtet auf die übliche Einteilung in geografische Großräume und greift stattdessen unter dem Motto „Der Mensch in seinen Welten“ Themen auf, die Menschen überall auf der Welt bewegen, denen sie aber je nach regionaler und kultureller Prägung auf jeweils eigene Weise begegnen. Mit der Annäherung an außereuropäische Kulturen leistet das Museum einen Beitrag zum hochaktuellen interkulturellen Dialog. Inzwischen wenden sich sogar andere Länder an das Museum, um Exponate aus ihrer eigenen Kultur einzusehen, die dort verloren sind. Anhand vieler Anekdoten wurde eindrucksvoll vermittelt, wie spannend das Feld der Ethnologie ist und wie sehr ein Besuch in diesem neuen Haus lohnt.
10. Oktober 2010 - Musik in den Häusern der Stadt
„Musik in den Häusern der Stadt“ – das Erfolgsformat des KunstSalon, ins Leben gerufen, um dem Musiknachwuchs neue Auftrittsmöglichkeiten zu verschaffen, hat sich inzwischen zu einem großen und überregionalen Festival in vier deutschen Städten gewandelt. Der Kern, die Idee sind jedoch gleich geblieben: In persönlichem Rahmen treten vorrangig junge Musiker auf, die die besondere Atmosphäre und den engen Kontakt zum Publikum genauso schätzen, wie die etablierten Stars, die zwar keine besondere Förderung mehr benötigen, aber durch deren Auftritte das Festival und damit auch die Konzerte der noch unbekannteren Musiker aufgewertet werden. In dem lebhaften Gespräch, welches der Musiker, in Hamburg ansässige Konzertveranstalter und Mit-Programmleiter des Festivals Prof. Jürgen Christ, der private Gastgeber, Vorstandsmitglied des Kunstsalon und Moderator Dr. Johannes Lörper, die Festivalleitung Claudia Bousset und die Programmleitung Nina von Harpke gemeinsam bestritten, kamen viele kleine und unterhaltsame Anekdoten ans Licht, die noch mal gezeigt haben, was das besondere Flair dieses Festivals ausmacht. Über die Herausforderung, die diesmal 120 Gastgeber in persönlichen Kontakten mit der Musik nach ihrem persönlichen Geschmack und auch auf ihre Räumlichkeiten zugeschnitten zu versorgen, wurde gesprochen, wie auch über die spannende Frage, ob weitere Städte folgen werden und welche. Umrahmt wurde das Gespräch von dem mitreißenden Spiel von Jürgen Christ am Flügel.
05. September 2010 - Agnes Krumwiede
Agnes Krumwiede wurde 2010 als „Klavierspieler des Jahres“ ausgezeichnet. Preisgeber ist der Bundesverband Klavier e.V., der damit Persönlichkeiten der Öffentlichkeit ehrt, die sich für das Erlernen und Spielen von Instrumenten einsetzen, um den Gedanken des aktiven Musizierens weiter auszubreiten. Als kulturpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag setzt sich Agnes Krumwiede dafür ein, dass junge Menschen einen Zugang zur Kultur erhalten, denen dies durch ihr Elternhaus nicht ermöglicht ist. Sie engagiert sich mit Nachdruck für die Bereitstellung finanzieller Mittel zur Bezahlung künstlerischer Lehrkräfte. Besonderes Gewicht erhalten ihre Ambitionen durch ihren eigenen künstlerischen Hintergrund: Agnes Krumwiede ist ausgebildete Pianistin, Musiklehrerin und Musik- und Kulturjournalistin und hat den Gästen bei diesem jour fixe einen unterhaltsamen Einblick in ihr musikalisches Können und ihre Arbeit gestattet!
13. Juni 2010 - Paul und Gottfried Böhm
Mit der Begegnung zweier Architektengenerationen stand der letzte jour fixe vor der Sommerpause ganz im Zeichen der Baukunst: Wir begrüßten den Kirchenbaumeister Gottfried Böhm, der im Januar seinen 90. Geburtstag feierte, und seinen Sohn Paul Böhm, der zurzeit die viel diskutierte Zentralmoschee in Köln baut. Einige der skulpturalen Bauten aus Beton, Stahl und Glas von Gottfried Böhm, der 1986 als erster und bisher einziger Deutscher mit der höchsten internationalen Auszeichnung für Architektur - dem Pritzker-Preis – ausgezeichnet wurde, gelten als Meilensteine der Architektur des 20. Jahrhunderts. Paul Böhm, einer der vier Söhne von Gottfried Böhm und ebenfalls Architekt, hat im Jahr 2006 den von der Türkisch-Islamischen Union (DITIB) ausgeschriebenen anonymen Wettbewerb für den Bau der Zentralmoschee Köln gewonnen, an der nach jahrelangen Diskussionen inzwischen kräftig gebaut wird. Im dem Gespräch mit Vater und Sohn, erhielten die Gäste interessante Einblicke in die Familiengeschichte der Böhms und die durch sie geprägte Architektur. Fotos: Maurice Cox
09. Mai 2010 - Elena Tzavara
Die künstlerische Leiterin der Kinderoper Köln, ist, wie man sie sich nicht besser wünschen kann: jung, dynamisch, wegweisend. Geboren 1977, wuchs sie in Deutschland und Griechenland auf und studierte Musiktheater-Regie an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. Anschließend war sie unter anderem Produktionsleiterin der Salzburger Festspiele und Abendspielleiterin an der Deutschen Staatsoper Unter den Linden in Berlin. Seit der Spielzeit 2009/2010 ist sie an der Kinderoper Köln und begann ihre Intendanz mit der Inszenierung „Die feuerrote Friederike“ nach der Erzählung von Christine Nöstlinger. Aktueller Spielort der Kinderoper Köln ist das Alte Pfandhaus in der Südstadt. Köln war 1996 die erste Stadt, die mit dem Engagement der Autorin und Literaturkritikerin Elke Heidenreich eine Oper eigens für Kinder ins Leben rief. Sowohl die Gäste des jour fixe als auch die am Kulturprogramm SCHnUR FIX teilnehmenden Kinder erlebten besonderen künstlerischen Genuss als junge Stimmen aus dem Opernstudio und zukünftige Sänger der Kinderoper Kostproben ihrer Gesangskunst gaben. Zu Gast waren die Mezzosopranistin Claudia Denise Beck, die Koloratursopranistin Ji-Hyun An und den Bariton Charlie Kedmenec; am Piano begleitete Ciro Battaglin.
11. April 2010 - Daniel Hug
Der Kurator, Galerist und Organisator internationaler Kunstmessen, Daniel Hug, verhalf der ART COLOGNE im Frühjahr 2009 zu einem erfolgreichen Neuanfang. Der 1968 geborene Schweizer mit US-Pass lebte zuletzt in Los Angeles. Dort kuratierte er verschiedene Ausstellungen und war als Mitglied des Auswahlkomitees zur „Art Chicago International Art Fair“ am Ablauf der Messeorganisation beteiligt. Es folgten Beratertätigkeiten und die Eröffnung einer eigenen Galerie in Los Angeles. Zudem war Hug Ratgeber der „Art LA“ und hat durch seine langjährigen Tätigkeiten für die Moholy-Nagy Foundation engen Kontakt zu Museumsdirektoren, Kuratoren und Galeristen. Für die ART COLOGNE 2010 gelang es Hug, wichtige internationale Galerien zurück zu gewinnen und gleichzeitig mit hochkarätigen Teilnehmern aus Berlin, Frankfurt, Hamburg, Leipzig, München und dem Rheinland die Galerienszene aus ganz Deutschland abzubilden. Das aufschlussreiche Gespräch führte der Kölner Galerist Christian Nagel.
14. März 2010 - Aterballetto - Mauro Bigonzetti
Der Choreograph Mauro Bigonzetti und die beiden Tänzer Stefania Figliossi und Valerio Longo gehören zu dem zurzeit profiliertesten Tanzensemble Italiens - „Aterballetto“. 1979 gegründet, avancierte „Aterballetto“ zu einer der europäischen Kompanien, denen international Beachtung geschenkt wird. Mauro Bigonzetti, 1997 bis 2008 künstlerischer Leiter von “Aterballetto“, trug maßgeblich zu dessen Erfolg bei. Er wagte den Schnitt zwischen Tradition und Moderne und entwickelte einen sportlich-modernen und dennoch eleganten Stil. Die Gäste des jour fixe waren hautnah dabei, als die Tänzer auf unserem Tanzboden ausdrucksstarke Einblicke in die Stücke „Omaggio a Bach“, „Cantata“ sowie eine Improvisation gewährten und ließen sich von ihrer atemberaubenden Vitalität und Spannung mitreißen! Das Gespräch mit Mauro Bigonzetti leiteten Hanna Koller, die das Programm der Tanzgastspiele für die Bühnen Köln gestaltet, und Dr. Johannes Lörper. Eien dynamische Einstimmung auf die bevorstehende Aufführung im Opernhaus!
21. Februar 2010 - Dr. Petra Hesse
Es ist im KunstSalon Tradition, neue Persönlichkeiten der Kölner Kulturlandschaft vorzustellen. Nachdem die Position zwei Jahre vakant war, haben wir uns nun besonders gefreut, Dr. Petra Hesse, die neue Leiterin des Museums für Angewandte Kunst, zu begrüßen. Ihre Chancen, sich in Köln einen Namen zu machen, stehen nicht nur deshalb gut, weil das Museum in den letzten Jahren eher ein Schattendasein führte. Dabei beherbergt das Museum eine Sammlung europäischer Angewandter Kunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart, die laut Hesse zu den ersten fünf Sammlungen in ganz Europa zählt. Petra Hesse war die letzten elf Jahre in Mannheim bei den Reiss-Engelhorn-Museen beschäftigt. Beim jour fixe haben wir mit Petra Hesse über ihre Pläne für die „Wiederbelebung“ des Museums für Angewandte Kunst gesprochen. Das Gespräch moderierten Walter von Lom (Mitglied des Vorstands der Overstolzen-Gesellschaft) und Andreas Grosz (Kreativmanager des KAP-Forum und geschäftsführender Gesellschafter des Rotonda Business-Club).
10. Januar 2010 Neujahrsempfang
Auch in diesem Jahr wurde der erste jour fixe zum festlichen Neujahrsempfang mit Neujahrskonzert. Jürgen Roters, Oberbürgermeister der Stadt Köln, stimmte uns mit Perspektiven für die kulturelle Entwicklung Kölns auf das junge Jahr ein, das im KunstSalon verheißungsvoll begonnen hat. Außerdem wurden unseren Gästen zwei aktuelle Preisträger des KunstSalon vorgestellt. In der Bildenden Kunst wurde Agnes Meyer-Brandis mit dem Villa-Aurora-Stipendium ausgezeichnet. Christoph Nußbaumeder erhielt den KunstSalon-Autorenpreis für das Schauspiel Köln. Das anschließende exquisite Konzert mit der Spitzenviolinistin Natasha Korsakova, die dem KunstSalon seit vielen Jahren verbunden ist und Manrico Padovani, auf einer „Stradivari“, begeisterte die Gäste. Hier vereinten sich ausgefeilte Technik, musikalisches Einfühlungsvermögen und Charisma zu einem umwerfenden Hörerlebnis!
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