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Aktuelles » Freunde des Schauspiel Köln » Rückblick » Spielzeit 2011/2012

Spielzeit 2011/2012

31. März 2012 - Gemeinsamer Besuch „Ödipus / Bêt Noir“ mit anschließendem Gespräch mit Wim Vandekeybus und Mitgliedern des Ensembles

Der Schauspieler, Choreograf, Regisseur und Fotograf Wim Vandekeybus beschäftigt sich in „Ödipus / Bêt Noir“ bereits zum dritten Mal (nach „Bêt Noir“ 2006 und „Black Biist“ 2009) mit der höchst eigenwilligen „Ödipus“-Überschreibung von Jan Decorte. Im Februar feierte er am Schauspiel Köln die Deutschlandpremiere seiner Inszenierung, die er zusammen mit acht Tänzern, vier Schauspielern des Kölner Ensembles und drei Musikern, darunter der Bluesmusiker Roland Van Campenhout, erarbeitet hat – die Titelrolle tanzt und spielt Wim Vandekeybus selbst.

Die Gründung seiner Kompanie „Ultima Vez“ im Jahr 1986 war der Beginn einer Weltkarriere: Seither choreografierte Vandekeybus mehr als zwanzig Produktionen, annähernd so viele Film- und Videoarbeiten und tanzt in den meisten selbst mit, wobei Musik von Anfang an ein starker Einfluss ist - er arbeitet unter anderem mit Peter Vermeersch, Thierry De Mey, David Byrne, Marc Ribot und David Eugene.

 „Ich mag keine Tänzer, die in Theaterstücken nur zeigen, dass sie Tänzer sind. Aber ich mag Tänzer, die in einem Tanzstück frisch schauspielen. „Ödipus / Bêt Noir“ ist weder das Eine noch das Andere und doch beides zugleich. […] Ein Drama so simpel und doch mit kompliziertem Unterton, der es öffnet in unendliche Formen der Imagination und Interpretation. Ohne Zweifel ist die Sprache von Jan Decorte genial. Sie schafft nicht nur einen sehr direkten Kontakt zu den Charakteren, sondern ist zugleich sehr physisch und gräbt sich in die rohe Essenz der Dinge, in der jedes Wort zählt.“ (Wim Vandekeybus)

Foto © Danny Willems

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8. März 2012 -  Probenbesuch „Der demografische Faktor“ von Nicolas Stemann

„Der demografische Faktor“ ist der Name eines Theaterprojekts, das ab dem 16. März im Schauspiel Köln zu sehen ist. Der Regisseur Nicolas Stemann hat sich spontan entschlossen, besonderen Gästen nun einen direkten Einblick in den Probenprozess seiner neuen Inszenierung zu gewähren und lädt Sie kurzfristig zu einem Probenbesuch ein!  Die Proben für diese Theaterproduktion finden in der Regel streng geheim und abgeschirmt hinter verschlossenen Türen statt. In einem Blog werden gegenwärtig bis zur Premiere erste Ergebnisse aus den Proben veröffentlicht, „was zu einem lebendigen, verstörenden und unterhaltsamen Theaterabend führen […]“ soll, erklärt Nicolas Stemann die Einrichtung dieses Blogs. (Hier erfahren Sie mehr: http://demografischerfaktor.wordpress.com/).

In insgesamt fünfzehn unterschiedlichen Themenabenden mit Musik werden in „Der demografische Faktor“ die wichtigen Dinge der Welt erklärt, von „A“ wie Alter bis „I“ wie „Islam“ und „Ü“ wie „Überalterung“. Stemann, aktuell mit seiner Inszenierung von „Faust I + II“ zum Berliner Theatertreffen eingeladen, wurde 1968 in Hamburg geboren und absolvierte sein Regiestudium am Max-Reinhardt-Seminar Wien und am Institut für Theater, Musiktheater und Film in Hamburg. Bereits seit 2002 wurde Stemann immer wieder, u. a. mit „Hamlet", den Jelinek-Arbeiten „Das Werk“, „Die Kontrakte des Kaufmanns“ und „Ulrike Maria Stuart" und „Die Räuber" nach Friedrich Schiller zum Theatertreffen eingeladen und hat während seines Studiums auch als Pianist, Sänger und Gitarrist gearbeitet.
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24. Januar 2012 - Probenbesuch "Herr Puntila und sein Knecht Matti"  in der Regie von Herbert Fritsch

Seitdem er 2011 mit gleich zwei seiner Inszenierungen - Gerhart Hauptmanns Diebeskomödie „Der Biberpelz“ aus Schwerin und Henrik Ibsens „Nora oder Ein Puppenhaus“ aus Oberhausen - zum Berliner Theatertreffen eingeladen war, gilt Herbert Fritsch als Regisseur der Stunde. Mit Brechts Komödie „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ inszenierte der ausgewiesene Komödienspezialist nun zum ersten Mal am Schauspiel Köln und hat die Schauspielfreunde zu einem gemeinsamen Probenbesuch eingeladen!

Der 1951 in Augsburg geborene Wahl-Berliner Fritsch absolvierte seine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München, danach spielte er an verschiedenen Bühnen im In- und Ausland und gehörte z.B. zu den Ensembles des Düsseldorfer Schauspielhauses und der Berliner Volksbühne. Fritsch inszeniert als Regisseur unter anderem am Theater Oberhausen, am Staatstheater Schwerin, am Theater Bremen, an der Berliner Volksbühne und am Theater Leipzig. Die Helden im Fritsch-Theater zeigen, dass sie vom Leben und seinen Zumutungen getroffen sind, und dann schlagen sie zurück - "Dranbleiben an der Szene! Nicht runterfallen lassen! Weiterleben! Weiter! Weiter! Weiter! Dieses Lebensgefühl, das interessiert mich." (Fritsch im KulturSPIEGEL)

Als Vorlage für „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ diente Bertold Brecht das Volksstück „Die Sägemehlprinzessin“ und einige weitere Erzählungen der finnischen Autorin Hella Wuolijoki, auf deren Gut Brecht während seines Exils in Finnland war. Das Stück wurde am 5. Juni 1948 im Schauspielhaus Zürich unter der Regie von Kurt Hirschfeld uraufgeführt: Der finnische Gutsbesitzer Puntila ist nüchtern ein Ausbeuter und betrunken ein Menschenfreund. Nüchtern will Puntila seine Tochter mit einem Aristokraten verheiraten, betrunken mit seinem Chauffeur Matti. Betrunken verlobt er sich nacheinander mit der Schmuggleremma, dem Apothekerfräulein, dem Kuhmädchen und der Telefonistin; als die vier dann aber zum Spaß auch wirklich auf der angesetzten Verlobung erscheinen, jagt der nüchterne Puntila sie wieder vom Hof …

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10. Januar 2012 - Gespräch mit Laurent Chétouane & Jan Hein "Das Erdbeben in Chili"

Am 28. Januar hat „Das Erdbeben in Chili“ Premiere in der Halle Kalk. Die Schauspielfreunde hatten vorab die exklusive Möglichkeit, vom Regisseur des Stücks, Laurent Chétouane, sowie dem Dramaturgen Jan Hein Hintergundinformationen zur bevorstehenden Premiere zu erhalten und beide im Gespräch näher kennzulernen! Laurent Chétouane, geboren 1973 in der Nähe des französischen Atlantiks, absolvierte zunächst ein Ingenieursstudium und studierte anschließend Theaterwissenschaft an der Sorbonne in Paris und Theaterregie in der Klasse von Hans Hollmann an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Es folgten zahlreiche Sprechtheater-Inszenierungen an großen deutschen Bühnen und seit Jahren gehört Chétouane zu Deutschlands wichtigsten Regisseuren - aber auch zu den umstrittensten, da er die deutschen Sehgewohnheiten im Theater nachhaltig umstürzt. In Köln konnten wir ihn bereits mit „Faust“, „Ich bin Hamlet“, „Dantons Tod“ und „Empedokles//Fatzer“ erleben.
Nun setzt er sich mit Heinrich von Kleists „Das Erdbeben in Chili“ auseinander und erlaubte uns zusammen mit Jan Hein während der Veranstaltung spannende Einblicke in die Auseinandersetzung mit dem Text, die Besetzung des Stücks und die Arbeit mit den Schauspielern sowie seinen Werdegang und seine Liebe zum Theater. Wir sind gespannt auf die Premiere! Foto: © Oliver Fantitsch
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23. November 2011 - Preview "Der Gott des Gemetzels" mit anschließendem Gespräch


In Kooperation mit der „filmsociety“ waren die Schauspielfreunde zu einer Preview des neuen Films von Roman Polanski nach dem weltweit erfolgreichen Theaterstück von Yasmina Reza eingeladen! Zu Beginn der Intendanz von Karin Beier feierte „Der Gott des Gemetzels“ im Herbst 2007 am Schauspiel Köln umjubelte Premiere. Über 40 Mal spielten Maria Schrader, Michael Wittenborn, Anja Laïs und Markus John die beiden streitenden und wetteifernden Ehepaare Houillé und Reille. Bevor es im Dezember endlich ein Wiedersehen mit Yasmina Rezas Komödie auf der Bühne des Schauspiel Köln gab, zeigte uns Roman Polanski souverän, wie man aus einem erfolgreichen Theaterstück einen überzeugenden Kinofilm macht. Und dabei helfen ihm vier Schauspieler, die alle Nuancen und Facetten ihrer Schauspielkunst einsetzen und jeder auf seine ganz besondere Art fasziniert. „Der Gott des Gemetzels“ trägt die Handschrift eines großen Regisseurs und die Gestalt eines überragenden Schauspielensembles mit Kate Winslet und Christoph Waltz, Jody Foster und John C. Reilly. Im Anschluss an die Filmvorführung hatten die Gäste Gelegenheit mit Götz Leinweber, Dramaturg am Schauspiel Köln, und Gerhardt Haag vom Theater im Bauturm, darüber zu sprechen, ob und wie ein Theaterstück als Kinofilm funktionieren kann.

Hier finden Sie einige Impressionen der Veranstaltung!
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6. November 2011 - Gemeinsamer Theaterbesuch und Theatergespräch "Phädra"

Jean Racine schaffte mit „Phädra“, uraufgeführt am 1. Januar 1677 im Hôtel de Bourgogne in Paris, das unbestrittene Meisterwerk der Französischen Klassik, das perfekt alle Regeln der klassischen Tragödie erfüllt: die Einheit von Ort, Zeit und Handlung. In Köln hat nun Johannes Schütz Racines „Phädra“ in der Halle Kalk inszeniert. Schütz war Goschs stilprägender Bühnenbildner und wurde in diesem Jahr für die Gesamtausstattung von Karin Beiers Inszenierung „Das Werk/Im Bus/Ein Sturz“ mit den Faust-Theaterpreis ausgezeichnet!Im Anschluss an den gemeinsamen Aufführungsbesuch in der Halle Kalk konnten die Schauspielfreunde Ihre Fragen zur Inszenierung direkt an das Ensemble und den Dramaturgen Jan Hein stellen und in regen Austausch über ihre Eindrücke treten. (Foto: © Klaus Lefebvre )
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15. September 2011 - Spielplaneinführung Spielzeit 2011/2012

 

Am 29. September ist es endlich soweit! Die mit Spannung erwartete neue Spielzeit 2011/12 startet mit den Uraufführungen  "Demokratie in Abendstunden" und Elfriede Jelineks "Kein Licht." in der Regie von Karin Beier. Zur Einstimmung auf die bevorstehenden theaterreichen Monate waren die Schauspielfreunde am 15. September zu einer exklusiven Einführung in den neuen Spielplan des Schauspiel Köln eingeladen! Insgesamt 17 Premieren werden sich um das Themenfeld „Demokratie“ drehen, das uns von der Chefdramaturgin Rita Thiele und den Dramaturgen Jan Hein und Sybille Meier im Erfrischungsraum anschaulich vorgestellt wurde. Viele uns bereits bekannte Regisseure setzen sich mit dem Leitmotiv dieser Spielzeit auseinander, darunter Katie Mitchell oder Nicolas Stemann, Schorsch Kamerun und Laurent Chétouane. Dazu kommen Wiederaufnahmen von Produktionen, die Sie vielleicht noch nicht gesehen haben. Foto © Christoph Seelbach
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