Rückblick 2010/2011
09. November 2010 - Theatergespräch und Stammtisch der Schauspielfreunde
Mit Beginn der Spielzeit 2010/2011 ging auch der Stammtisch der Schauspielfreunde in eine neue Runde! Als Gast aus dem Ensemble des Schauspielhauses hat uns diesmal der Dramaturg Jan Hein Gesellschaft geleistet, aus seinem Arbeitsbereich berichtet und Fragen zu verschiedenen Bereichen aus der Theaterwelt beantwortet. Neben Hintergrundinformationen zur überaus erfolgreichen Inszenierung "Das Werk / Im Bus / Ein Sturz" von Karin Beier, hat Jan Hein von seinen eigenen aktuellen Arbeiten berichtet und uns einen Ausblick auf seine Aufführungen der Spielzeit 2010/2011 gegeben. Des Weiteren hat er seinen beruflichen Werdegang bis hin zum Schauspiel Köln und seine Arbeit als Dramaturg beschrieben und den Schauspielfreunden damit erneut einen spannenden Einblick hinter die Kulissen des Schauspiel Köln gewährt!
14. Oktober 2010 - Spielplaneinführung der Dramaturgie des Schauspiel Köln
Kurz vor dem Start der mit Spannung erwarteten neuen Spielzeit 2010/11 waren die Schauspielfreunde zu einer exklusiven Einführung in den Spielplan des Schauspiel Köln eingeladen. Das gesamte Dramaturgenteam bestehend aus der Chefdramaturgin Rita Thiele, Götz Leineweber, Jan Hein und Lucie Ortmann hat den roten Faden der kommenden Spielzeit erläutert und die Fragen der anwesenden Gäste ausführlich beantwortet. Den Auftakt der Saison 2010/2011 bilden mit „Das Werk“, „Im Bus“, „Ein Sturz“ drei Premieren/ Uraufführungen über visionäres Bauen und Katastrophe, Größenwahn und Ehrgeiz, wobei Elfriede Jelinek den letzten Teil der Trilogie eigens für die Spielzeiteröffnung geschrieben hat. Thema: der Einsturz des Kölner Stadtarchivs. Neben dem Credo für ästhetische und künstlerische Vielfalt, hat sich das Schauspiel auch bei vielen der weiteren Stückentscheidungen von verschiedenen Kölner Affären inspirieren lassen...Wir dürfen gespannt sein!
22. Juni 2010 Theatergespräch mit Götz Leineweber
Götz Leineweber berichtete den Schauspielfreunden bei einem Theatergespräch im Erfrischungsraum vom diesjährigen Berliner Theatertreffen, das vom 7. bis zum 24. Mai stattfand. Das Schauspiel Köln war als einziges Theater mit drei Inszenierungen eingeladen und ging mit dem Horváth-Stück „Kasimir und Karoline“ (Regie: Johan Simons, Paul Koek), dem Scola-Drama „Die Schmutzigen, die Hässlichen und die Gemeinen“ (Karin Beier) sowie Elfriede Jelineks „Die Kontrakte des Kaufmanns. Eine Wirtschaftskomödie“ (Nicolas Stemann) in das Festival, für das die Jury die 10 bemerkenswertesten deutschsprachigen Inszenierungen ausgewählt hatte. Götz Leineweber berichtete sehr engagiert und informativ über die verschiedenen Aufführungen der Kölner Produktionen, über die damit verbundenen logistischen Herausforderungen, über die Reaktionen des Publikums an den immer sehr gut besuchten Abenden sowie über Treffen und Gespräche nach den Aufführungen.
2. Juni 2010 - Fahrt zu den 35. Mülheimer Theatertagen "Stücke"
Im Juni unternahmen die Freunde des Schauspiel Köln zum zweiten Mal einen gemeinsamen Theaterbesuch außerhalb der Bühnen Köln. Das Stück „faust hat hunger und verschluckt sich an einer grete“, geschrieben von dem österreichischen Autor Ewald Palmetshofer, ist „keine tiefschürfende Konfrontation mit Goethes Faust“ (Deutschlandradio). Stattdessen geht es um drei Paare der „Generation 30“, die im Rückblick ihre Geschichte erzählen und dabei wechselnd den Part von Heinrich (Faust) und Gretchen übernehmen. Am Ende hat sich Grete fast umgebracht und Heinrich es nicht einmal mitbekommen. Die Mühlheimer „Stücke“ zeigten das Drama in der schnellen und schwungvollen Inszenierung von Felicitas Brucker am Schauspielhaus Wien. Nach der Vorstellung hatten die Gäste die Möglichkeit zum Gespräch mit dem gastierenden Ensemble und dem Autor. Ein spannender Theaterabend!
23. April 2010 - 2. Kölner Theaterdinner
Am 23. April 2010 hatten die Gäste des Theaterdinners die Möglichkeit, das Schauspiel Köln auf ganz besondere Art zu erfahren: Bei einem gemeinsamen Dinner mit dem Ensemble auf der dekorierten Bühne und einem eigens für diesen Abend zusammengestellten Programm des Schauspiel Köln. Mit Ihrer Teilnahme leisteten die Gäste auch einen wichtigen Beitrag für die Arbeit des Theaters. Auf Initiative einer Gruppe unserer Freunde des Schauspiel Köln wurde ein Förderprojekt zur Entstehung neuer zeitgenössischer Theaterstücke und deren Uraufführung am Schauspiel Köln ins Leben gerufen. Diesem Projekt werden die Erlöse des Abends zugeführt. Impressionen des Abends finden Sie hier.
15. April 2010 - Exklusive Einführung in Anna Viebrocks neue Inszenierung "Wozuwozuwozu" mit dem Dramaturgen Götz Leineweber
Nach „Der letzte Riesenalk“ in der Spielzeit 2008/09 wurde am 16. April Anna Viebrocks neue Inszenierung „Wozuwozuwozu“ am Schauspiel Köln uraufgeführt. Basierend auf Heinrich Bölls zersplittert komponiertem Roman „Billard um halb zehn“ sorgt die Regisseurin und Bühnenbildnerin Anna Viebrock mit ihrem unverwechselbaren Stil wieder für einen beeindruckenden Theaterabend. Einen Tag vor der Uraufführung gewährte Götz Leineweber den Freunden des Schauspiel Köln während einer exklusiven Einführung spannende Einblicke in die Entstehung dieser Inszenierung. Die Handlung von „Billard um halb zehn“ spielt im Jahr 1958, dem Jahr, in dem die alte Kölner Oper am Habsburgerring abgerissen wurde. An einem Tag im selben Jahr kulminiert während der Vorbereitung der Geburtstagsfeier des Architekten Heinrich Fähmel das Schicksal seiner Kölner Familie. Verschiedene Geschehnisse aus der Vergangenheit dringen an die Oberfläche: Der Großvater baut die Abtei, der Sohn sprengt sie während des Zweiten Weltkriegs und der Enkel soll sie nach dem Krieg wiederaufbauen - das bestgehütete Geheimnis der Familie Fähmel? Im Gespräch mit Götz Leineweber lernten die Schauspielfreunde Details über die Konstruktion des Romans und des Bühnenbildes sowie die Rolle von Musik und Bildern im Stück kennen. Eine überraschende Einladung zur Generalprobe rundete die Vorbereitung auf das Stück ab!
14. Januar 2010 - Einführung "Dantons Tod" mit Jan Hein und Laurent Chétouane
Zwei Tage vor der Premiere hatten die Schauspielfreunde die Gelegenheit, an einer exklusiven Einführung in die Inszenierung von Laurent Chetouane teilzunehmen. Das Interesse war dementsprechend groß: rund 30 Mitglieder wollten sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen. Und es hat sich wirklich gelohnt: Jan Hein brachte überraschend Laurent Chétouane mit, so dass die Einführung als Gespräch mit dem Regisseur ablief. Authentischer konnte die Einführung also nicht sein.
Chétouane stellte eindrucksvoll seine Konzeption dar, machte deutlich, dass ihn vor allem die menschliche Dimension an Danton interessiert, seine Verzweiflung und sein Überdruss an der Revolution und sein Versuch, ein Stück Hoffnung für die Zukunft aus der Entwicklung eines „Wir-Gefühls“ heraus zu entwickeln. Der menschlich einsame rigorose Tugendwächter Robespierre interessiert ihn als Person kaum. Der Prototyp des fixierten Ideologen ist deshalb zwar im Hintergrund immer präsent, tritt aber nur einmal auf.
Deutlich wurde auch, wie stark Chétouane dem Tanz und der Choreografie verbunden ist. Deshalb werden alle Frauen von Tänzerinnen dargestellt, bei denen die Sprache gegenüber der Körperlichkeit zurück tritt. Und auch bei den Schauspielern sollen choreografierte Bewegungen die gedankliche Auseinandersetzung unterstreichen.
Insgesamt war es ein eindrucksvoller Einblick in die Gedankenwelt und die Arbeitsweise von Laurent Chétouane, eine hervorragende Vorbereitung auf die Premiere!