Spielzeit 2010/2011
2. Juli 2011 - Einführung und gemeinsamer Theaterbesuch "Keiner weiß mehr"
Vor der Aufführung von "Keiner weiß mehr" waren die Schauspielfreunde zu einer exklusiven Einführung der Dramaturgin Lucy Ortmann im Erfrischungsraum des Schauspielhauses eingeladen und hatten in einem intimen Rahmen die Möglichkeit, Fragen zur Inszenierung zu stellen und Hintergrundinformationen zu erhalten. »Keiner weiß mehr« erschien 1968 und war der erste Roman des damals 28-jährigen Kölner Schriftstellers Rolf Dieter Brinkmann. Der junge Regisseur Stefan Nagel setzte sich nun in einer Inszenierung mit Brinkmanns Text auseinander. Zum Inhalt: Eine heruntergekommene Kölner Altbauwohnung Ende der sechziger Jahre: Drei Zimmer, Küche, Diele, Bad. Darin ein junges Paar, ein kleines Kind. In schonungslosen Nahaufnahmen, erzählt aus der Perspektive des Mannes vom alltäglichen Leben: von der Enge der Wohnung, dem Lärm der Umgebung, der eigenen Sexualität, dem Hin und Her zwischen verschiedenen Orten, von wenigen Freunden, verschiedenen Gefühlszuständen. Es ist ein subjektiver Bericht, das Protokoll einer Krise: Das Zusammenleben mit Frau und Kind empfindet der junge Mann immer stärker als Falle, Bedrohung für die eigene Entwicklung. Mit diesem „trotzig hingeworfenen Brocken Prosa, schonungslos und eindringlich wie nur wenige Romane der sechziger Jahre“ (Marcel Reich-Ranicki) gelingen Rolf Dieter Brinkmann faszinierende, noch heute schockierende Einblicke in die innere Verfassung eines Verzweifelten. Der Roman ist auch eine scharfe Abrechnung mit Ort und Zeit, protestiert mit Wut und Besessenheit gegen den Mief und Muff der damaligen Bundesrepublik.
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30. Juni 2011 - She She Pop und ihre Väter – "Testament"
Für alle, die keine Gelegenheit hatten, das Berliner Theatertreffen zu besuchen, gab es während des Impulse-Festivals die Möglichkeit, eine der zehn bemerkenswertesten Inszenierungen der Saison 2010/2011 als Gastspiel in Köln gemeinsam mit den Schauspielfreunden zu erleben: „Testament“ des Kollektivs She She Pop! She She Pop brachten Shakespeares „König Lear“ völlig neu und überraschend auf die Bühne. Jeder kennt den Stoff über den eitlen und ungerechten Vater, der nach einem „Liebestest“ schon zu Lebzeiten sein Erbe unter seinen drei Töchtern verteilt. Für „Testament“ baten She She Pop ihre eigenen Väter mit auf die Bühne um mit ihrer wirklichen Familie zu interagieren. Ein berührender Abend über den Generationenvertrag, unmittelbar und schonungslos verhandelt mit ihren echten Vätern auf der Bühne. Die sieben Mitglieder eröffneten mit ihrer Koproduktion des Hebbel am Ufer (Berlin), Kampnagel (Hamburg) und des FFT (Düsseldorf) das diesjährige Impulse-Festival in der Halle Kalk, das vom 29.6. bis 10.7.2011 bereits zum 20. Mal die wichtigsten Off-Theaterproduktionen aus dem deutschsprachigen Raum zeigte. Foto: © Doro Tuch
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01. Juni 2011 - Gemeinsamer Besuch der Mülheimer „Stücke“
Auf Empfehlung des Schauspiel Köln unternahmen wir im Juni zum dritten Mal einen gemeinsamen Theaterbesuch außerhalb der Bühnen Köln: wir sahen im Rahmen der 36. Mülheimer Theatertage das Stück „Verrücktes Blut“ in der Regie von Nurkan Erpulat. Die Mülheimer „Stücke“ sind neben dem Berliner Theatertreffen (zu dem „Verrücktes Blut“ in diesem Jahr ebenfalls eingeladen ist) eines der wichtigsten Theaterfestivals Deutschlands, bei dem eine Jury aus Theatermachern und Kritikern die beste deutschsprachige Uraufführung des Jahres kürt. Im Anschluss an die Aufführung erlebten wir ein Gespräch mit dem Autoren und dem gastierenden Ensemble.
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03. Mai 2011 - Probenbesuch "Mamma Mafia"
Am 5. Mai wurde „Mamma Mafia“ in der Regie von Antonio Latella am Schauspiel Köln uraufgeführt. Latella zählt zu den wichtigsten Vertretern des zeitgenössischen italienischen Theaters und ist uns bereits aus der Spielzeit 2007/08 aufgrund seiner bilingualen „Trilogie der Sommerfrische“ bekannt! Bereits vor der Uraufführung waren die Mitglieder der Schauspielfreunde zu einem exklusiven Besuch eines Teils der ersten Hauptprobe eingeladen. Die am Stück beteiligte Dramaturgin Sybille Meier gab uns vorab eine Einführung gegeben und hat uns auf die Probe eingestimmt. Mit „Mamma Mafia“ erarbeitet Latella in Köln einen Theaterabend mit deutschen und italienischen Schauspielern, der sich mit dem Phänomen „Mafia“ auseinandersetzt.
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30. April 2011 - 3. Kölner Theaterdinner auf der kunstvoll inszenierten Hauptbühne des Schauspiel Köln
Mit der Einladung zum 3. Kölner Theaterdinner setzten das SCHAUSPIEL KÖLN und der KUNSTSALON e.V. auch in diesem Jahr ihre enge Zusammenarbeit fort. Das Theaterdinner auf der großen Bühne des Schauspiel Köln ist festlicher Bestandteil der Projektförderung „KunstSalon-Autorenpreis für das Schauspiel Köln“. Mit diesem Förderpreis wird jährlich ein deutschsprachiger Autor ausgezeichnet und dazu ausersehen, ein zeitgenössisches Theaterstück zu schreiben, zu dessen anschließender Inszenierung und Uraufführung sich das Schauspiel Köln verpflichtet. Die Gäste am Theaterdinner unterstützten diese Förderung durch Ihre Teilnahme an diesem besonders inszenierten Dinner! Nach einem Empfang im Foyer des Schauspielhauses erlebten die Gäste zwischen den Gängen Hinghlights des Theaterprogramms: u.a. Szenen aus der Dreigroschenoper, Puppencharaoke und eine Kostümversteigerung! Ein unvergesslicher Abend! Foto: Sandra Then
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02. April 2011 - Theatergespräch mit Hanna Koller und gemeinsamer Besuch von Gardenia
Rund 30 Teilnehmer waren zum Theatergespräch im Erfrischungsraum und zum anschließenden gemeinsamen Besuch von „Gardenia“ gekommen. Diesmal stand uns Hanna Koller als Gesprächspartnerin zur Verfügung, die sehr anschaulich aus ihrer langjährigen Erfahrung mit dem Tanz an den Kölner Bühnen berichtete. Hanna Koller hat in der großen Zeit des Kölner Tanzes als Tänzerin bei Jochen Ulrichs Tanzforum begonnen und später ins Management der Bühnen gewechselt. Sie ist heute für das Gastspielprogramm an Schauspielhaus und Oper verantwortlich.
Hanna Koller schilderte uns die intensive Arbeit, die für ein anspruchsvolles Programm notwendig ist – von der ständigen Beobachtung der Tanzszene über die frühzeitigen Planungen, die mit dem Programm von Oper und Schauspiel abgestimmt werden müssen, bis hin zur Verpflichtung und Betreuung der Kompanien. Hanna Koller ist es damit gelungen, trotz aller Schwierigkeiten die Tanzszene in Köln lebendig zu halten. Abschließend gab uns Hanna Koller noch eine kurze Einführung in die Arbeit von Alain Platel und in die Performance „Gardenia“, die von den Besuchern begeistert aufgenommen wurde.
19. Februar 2011 - Einführung in "Die Wellen" mit Jan Hein
Etwa 80 interessierte Theaterfreunde fanden den Weg auf die Probenbühne des Schauspiel Köln um an der Einführung in Katie Mitchells Inszenierung teilzunehmen. Die Erläuterungen des Dramaturgen Jan Hein begannen mit einer zusammen fassenden Vorstellung von Virginia Woolfs experimentellem Roman aus dem Jahr 1931, der in der Technik des inneren Monologs den Lebensweg von 6 Menschen in fragmentarischen Ausschnitten schildert. Die britische Theatermacherin Katie Mitchell hat diesen für das herkömmliche Theater schwer zugänglichen Stoff bereits 2006 am Londoner National Theatre für die Bühne aufgearbeitet. An dieser Inszenierung orientiert sich auch die Kölner Fassung, allerdings in deutscher Sprache und mit Kölner Schauspielern, wobei die Übertragung der getroffenen Textauswahl ins Deutsche intensiv bearbeitet werden musste. Jan Hein erläuterte außerdem die multimediale Inszenierungstechnik, die in Köln bereits in Katie Mitchells „Wunschkonzert“ eindrucksvoll zu sehen war und an die Schauspieler als Darsteller und gleichzeitig als Erzeuger der Bilder außerordentliche Anforderungen stellt. der anschließende gemeinsame Besuch der Aufführung rundete den Abend ab. Foto: © Stephen Cummiskey
25. Januar 2011 - Karin Beier im Gespräch zu "Das Werk/Im Bus/Ein Sturz"
Nachdem das Schauspiel Köln mit der fulminanten Inszenierung von „Das Werk / Im Bus / Ein Sturz“ überaus erfolgreich in die Spielzeit 2010/2011 gestartet ist, erlebten die Schauspielfreunde ein exklusives Gespräch mit Karin Beier im KunstSalon! Nach einer Einführung der Chefdramaturgin Rita Thiele hat die Intendantin des Schauspiel Köln ausführlich Fragen zur Inszenierung und zu ihrer Regiearbeit beantwortet. Die Gäste erhielten spannende Hintergundinformationen zur Zusammenarbeit mit den SchauspielerInnen des Stücks, dessen Entstehung und den Kraftaufwand, den eine solche Inszenierung für alle Beteiligten mit sich bringt. Darüber hinaus haben die Schauspielfreunde diesen Abend dazu genutzt, Karin Beier zu ihrer erfolgreichen Arbeit zu gratulieren und das Theaterjahr 2011 feierlich zu eröffnen. Seit Beginn ihrer Intendanz am Schauspiel Köln hat Karin Beier zahlreiche Auszeichnungen für ihre Arbeit als Regisseurin erhalten. Nachdem Sie 2009 für die Beste Regie Schauspiel mit dem Deutschen Theaterpreises „Der Faust“ für ihre Inszenierung von Franz Grillparzers „Das Goldene Vlies“ ausgezeichnet wurde, setzte sich der Preissegen im Jahr 2010 fort: Unter anderem erhielt sie für „Die Schmutzigen, die Hässlichen und die Gemeinen“ von den Kritikern der Zeitschrift "Theater heute" die Auszeichnung für die beste Inszenierung - und das Schauspiel Köln die Auszeichnung zum Theater des Jahres 2010!
09. November 2010 - Theatergespräch und Stammtisch der Schauspielfreunde
Mit Beginn der Spielzeit 2010/2011 ging auch der Stammtisch der Schauspielfreunde in eine neue Runde! Als Gast aus dem Ensemble des Schauspielhauses hat uns diesmal der Dramaturg Jan Hein Gesellschaft geleistet, aus seinem Arbeitsbereich berichtet und Fragen zu verschiedenen Bereichen aus der Theaterwelt beantwortet. Neben Hintergrundinformationen zur überaus erfolgreichen Inszenierung "Das Werk / Im Bus / Ein Sturz" von Karin Beier, hat Jan Hein von seinen eigenen aktuellen Arbeiten berichtet und uns einen Ausblick auf seine Aufführungen der Spielzeit 2010/2011 gegeben. Des Weiteren hat er seinen beruflichen Werdegang bis hin zum Schauspiel Köln und seine Arbeit als Dramaturg beschrieben und den Schauspielfreunden damit erneut einen spannenden Einblick hinter die Kulissen des Schauspiel Köln gewährt!
14. Oktober 2010 - Spielplaneinführung der Dramaturgie des Schauspiel Köln
Kurz vor dem Start der mit Spannung erwarteten neuen Spielzeit 2010/11 waren die Schauspielfreunde zu einer exklusiven Einführung in den Spielplan des Schauspiel Köln eingeladen. Das gesamte Dramaturgenteam bestehend aus der Chefdramaturgin Rita Thiele, Götz Leineweber, Jan Hein und Lucie Ortmann hat den roten Faden der kommenden Spielzeit erläutert und die Fragen der anwesenden Gäste ausführlich beantwortet. Den Auftakt der Saison 2010/2011 bilden mit „Das Werk“, „Im Bus“, „Ein Sturz“ drei Premieren/ Uraufführungen über visionäres Bauen und Katastrophe, Größenwahn und Ehrgeiz, wobei Elfriede Jelinek den letzten Teil der Trilogie eigens für die Spielzeiteröffnung geschrieben hat. Thema: der Einsturz des Kölner Stadtarchivs. Neben dem Credo für ästhetische und künstlerische Vielfalt, hat sich das Schauspiel auch bei vielen der weiteren Stückentscheidungen von verschiedenen Kölner Affären inspirieren lassen...Wir dürfen gespannt sein!


