IM SOG VON COCOONDANCE

By Katharina Waltrich März 15, 2018

Vergangenen Dienstag begeisterte das Bonner Tanzensemble CocoonDance mit der Premiere Ihrer aktuellen Produktion „VIS MOTRIX“ in der Orangerie im Volksgarten.

In der Choreographie, deren Titel bereits verrät, dass es sich dabei um etwas Kraftvolles drehen muss – Vis ist lateinisch für Kraft, Motrix verweist auf die Bewegung – vereinnehmen vier Tänzerinnen erst zaghaft, dann immer ausladender und temporeicher den Raum. Der elektronische Sound von DJ Franco Mento in Kombination mit den schwarzen enganliegenden Uniformen und starrem Blick der Tänzerinnen lässt Assoziationen mit Science Fiction-artigen Szenarien aufkommen. Hier scheint es keinen Platz für Individualität zu geben, aber trotz der mathematisch anmutenden und stringent ausgeführten Bewegungen zum Raum herrscht nicht zwangsläufig Synchronität. Eher finden die Tänzerinnen zeitweise für einen Moment zu einem Gleichklang, um daraufhin gleich wieder auseinanderzudriften. Wie hybride Wesen zwischen Mensch und Maschine, mal scheinbar schwerelos, dann aber doch wieder niedergedrückt, bewegen sie sich stets rücklings zum Boden. Mit der Zeit wird eine soghafte Wirkung erzeugt, die den Zuschauer in eine regelrechte körperliche Anspannung versetzt.

Minutenlanger Applaus würdigte nicht nur die gelungene Choreographie, sondern brachte sicherlich ebenso die Achtung vor der überaus beeindruckenden körperlichen Leistung der Tänzerinnen zum Ausdruck.