2016 stand die Flüchtlingsunterkunft Alteburger-/Schönhauser Straße im Mittelpunkt des Projektes Culturelink. Zusammen mit dem Pädagogikteam der Johanniter und ehrenamtlicher Unterstützung haben wir eine kulturelle Patenschaft aufgebaut, konnten viele Sachspenden vermitteln und mithilfe der großzügigen Geldspenden tolle Workshops und Veranstaltungen durchführen. Für das Jahr 2017 haben wir uns vorgenomen, den Kreis zu erweitern. So werden wir unter anderem einen spannenden Theater-Workshop in der Flüchtlingsunterkunft des DRK in der Koblenzer Straße anbieten und planen bereits ein weiteres Projekt im Atelier der Malerin, Fotografin und Kunsttherapeutin Anna E. Stärk.

Darüber hinaus gab es zu Beginn des neuen Jahres große Veränderungen in der Flüchtlingsunterkunft Alteburger-/Schönhauser Straße. Seit Anfang Januar ist die Unterkunft ausschließlich Erstaufnahme-Einrichtung (EAE)*. Durch die strukturelle Veränderung und die daraus entstehende stark verkürzte Aufenthaltszeit der Geflüchteten ist eine enge Zusammenarbeit wie im vergangenen Jahr nicht mehr möglich. Ein regelmäßiger Kontakt zum Pädagogik-Team der Johanniter bleibt aber bestehen.

 

Wir freuen uns sehr über die Reaktionen auf unseren Spendenaufruf! Wir erhielten bereits großzügige Geld- sowie Sachspenden. Der Haupt Verlag schickte einen Karton voller schöner Bücher, die sich vorrangig für die kreative Freizeitgestaltung der Kinder anbietet, es konnte feuerfester Stoff für die Fenster des Kino- und Tanzraums beschafft werden, sodass nun ungestört getanzt und Filme geschaut werden können, und es wurde sogar ein Clavinova gespendet. Darüber hinaus hat uns eine Gutscheinspende des Freizeitmarktes Knauber erreicht, von der Mal- und Bastelutensilien sowie Spiele beschafft wurden, es wurden zwei Bollerwagen für Freizeitaktivitäten außerhalb der Unterkunft vermittelt und wir konnten eine Bücherbestellung aufgeben und damit beginnen, eine mehrsprachige Bibliothek aufzubauen. Allen Spendern sei an dieser Stelle von Herzen gedankt!

Oktober 2016 haben wir begonnen etwas mehr Farbe in das Gelände der Unterkunft zu bringen – und zwar mit Hilfe von fünf jungen Graffiti-Künstlern. An zwei Tagen boten sie einen Workshop für die Bewohner an, mit dem Ziel, die Aufenthaltsqualität vor Ort zu verbessern. In der ersten Hälfte des ersten Tages konnten die Bewohner mit Stift und Papier ein erstes Gefühl für die Gestaltung von Schriftzügen bekommen. In einem Raum, der eigentlich die Kita beherbergt, saßen kleine Jungen und Mädchen von vielleicht vier Jahren mit Erwachsenen bis Mitte Vierzig konzentriert beisammen und zeigten anschließend stolz ihre Ergebnisse. Im Anschluss ging es nach draußen, wo die Künstler bei schönstem Wetter begonnen haben, einen Seecontainer zu bemalen. Die Johanniter sorgten währenddessen für etwas Musik und so entstand innerhalb kürzester Zeit eine sehr gelöste, schöne Stimmung. Am Folgetag wurden dann zwei Seiten des Seecontainers von den Künstlern und den Bewohnern gemeinsam gestaltet.

Da die Wohncontainer eigentlich nicht bemalt bzw. äußerlich verändert werden dürfen, wurde erst einmal einer von zwei Seecontainern farblich gestaltet – ein weiterer sowie eine große, zentrale Ausnahme-Fläche auf Wohncontainern werden folgen.

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FOTOS: Nikolai Stabusch

Allen Beteiligten möchten wir großen Dank aussprechen: den Spendern, die die Anschaffung des nötigen Materials ermöglichten, den Graffiti-Künstlern und der ehrenamtlichen Unterstützung für ihren Einsatz und natürlich auch den Bewohnern sowie den Johannitern. Es wurde nicht nur begonnen, die Unterkunft zu verschönern, es waren auch sehr schöne zwei Tage voller Freude.

 

 

*Erstaufnahme-Einrichtungen (EAE): Es erfolgt eine medizinische Untersuchung und eine erste Registrierung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Die geflüchteten bleiben in der Regel nur fünf bis sieben Tage.

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