Rückblick 2010
7. Dezember 2010 - Love hurts...Petrushka
„Love hurts...Petrushka“ führte zum ersten Mal ins Palladium im Herzen des Mülheimer Schanzenviertels. Im faszinierenden Flair des Industriedenkmals wurde in die bunte Jahrmarktwelt des Dancicals entführt. Das Stück sollte in der Begegnung von klassisch geprägtem Ballett und Streetdance im Besonderen junge Menschen ansprechen.
12. November - Akram Khan Company mit "Vertical Road"
Der indisch-britische Tänzer und Choreograph Akram Khan ließ sich in seiner neuesten Tanztheaterkreation „Vertical Road“ von der Tradition des Sufismus und den Dichtungen des persischen Poeten Mevlana Rumi inspirieren. „Gemeinsam ballen sich diese Tänzer zum überwältigenden Kollektiv, durch Atem, Rhythmus und gleich doppelte Spannung zu einem gespenstischen Organismus verschweißt… Das Diesseits ist das Jenseits ist das Diesseits.“ (Süddeutsche Zeitung). Ein wirklich begeisternder Abend!
3. November 2010 „Autorretrato” – María Pagés
In der Oper Köln erlebten Sie eines der ergreifendesten, offenes und überaus feinfühliges Selbstbildnis einer der besten Flamencotänzerinnen der Welt!
Die Energie und Lebensfreude on María Pagés in Kombination mit hervorragenden Musikern ließ den modernen Flamenco geradezu erstrahlen.
21. September 2010 - "Babel" Sidi Larbi Chaerkaoui und Damien Jalet in Zusammenarbeit mit dem bildenden Künstler Antony Gormley
Nach dem großen Erfolg von "Sutra", das im Juli in der Oper aufgeführt und von der Zeitschrift ballettanz zur besten Aufführung des Jahres 2009 gekürt wurde, hatten wir erneut die Gelegenheit, uns ein Stück des flämisch-marokkanischen Choreografen Sidi Larbi Cherkaoui anzusehen. Der renommierte Tanzkritiker Jochen Schmidt schrieb 2009: Uns erwartet das "innovativste Tanzstück des Jahres: in seiner Bewegungssprache so neu wie in den siebziger Jahren Pina Bauschs IDIOM" und die Erwartungen des Publikums wurden mehr als erfüllt! Ein Feuerwerk an Ideen und das dynamische, mitreißende Tempo der Live-Musik, begeisterten alle anwesenden Gäste! Foto: Tristram Kenton
25.-28. August 2010 - Internationale tanzmesse nrw in düsseldorf
Bereits zum vierten Mal hat die tanzsociety, gefördert von der KunstSalon Stiftung, auf einem eigenen Stand Künstler präsentiert! Karl Faßnacht zeigte eine kleine Auswahl seiner Tanzfotografien, die während einer Aufführung im KunstSalon und in der Hochschule für Musik und Tanz und vor dem Schauspielhaus entstanden sind. Die internationale tanzmesse nrw ist eine Kommunikationsbörse und Messe, die sich ausschließlich dem zeitgenössischen Tanz widmet. Somit unterstützt die Tanzmesse die Netzwerkarbeit zwischen Choreographen, Tänzern, Agenturen, Veranstaltern und Kulturinstitutionen weltweit. Foto: Karl Faßnacht
07. Juli 2010 "Sutra" - Sidi Larbi Cherkaoui
Zur Live-Musik des polnischen Komponisten Szymon Brószka schuf der flämisch-marokkanische Tänzer und Choreograf Sidi Larbi Cherkaoui ein Tanzstück mit den Mönchen des Haolin-Tempels (China). Erneut führte Hanna Koller uns in die Arbeit ein. Mit diesem tanzreichen Abend beendeten wir das erste Halbjahr und damit die Tanzsaison 2009/2010.
29. Juni 2010 Hubbard Street Dance Chicago
Im ausverkauften Opernhaus sahen wir Choreografien des neuen künstlerischen Leiters der Kompanie, die zu den bekanntesten modernen Tanzkompanien der USA zählt. Glenn Edgerton, der zuvor für NDT gearbeitet hat, präsentierte einen mehrteiligen Abend bestehend aus Choreografien der besten Choreografen aus den Niederlanden, Spanien und Israel im ausverkauften Opernhaus. Die kraftvollen und athletischen Stücke wurden wegen ihres sinnlichen, rückhaltlosen Körpereinsatzes voll Rhythmus und Energie vom Publikum geliebt.
10. Juni 2010 The Forsythe Company
„Yes, we can´t“
Der provokante Titel „Yes, we can´t“ ließ allerlei Schlimmes vermuten und unsere Erwartungen wurden dementsprechend auch erfüllt. Mit drei Mikrofonen ausgestattet, übten sich die Tänzer der Forsythe Company in Gesang und Sprache zur Begleitung eines Pianisten. Unsichtbar dirigierte William Forsythe per Mikrofon die Länge der einzelnen großartigen Tanzsequenzen, so dass jede der drei Aufführungen unterschiedlich ausfiel. Die vorherige Einführung der Produktions- und Dramaturgieassistentin der Kompanie, Freya Vass-Rhee, erleichterte sicher den Einstieg. Ein Theaterabend über den man endlich mal wieder richtig streiten konnte!
24. Mai 2010 - „Viktor” ein Stück von Pina Bausch

- Foto: Laszlo Szito
Nachdem viele von Ihnen mit großer Begeisterung bei der Preview des Dokumentarfilms „Tanzträume – Jugendliche tanzen Kontakthof von Pina Bausch“ anwesend waren, haben wir nun mit "Viktor" gemeinsam ein Stück von Pina Bausch an der Oper Wuppertal besucht, das 1986 uraufgeführt wurde. In „Viktor“, das gemeinsam mit dem „Teatro Argentina“ aus Rom kreiert wurde, dominieren Volksmusiken aus der Lombardei, der Toskana, Sardinien und Süditalien durchsetzt mit Tanzmusiken der dreißiger Jahre sowie Ausschnitten aus Stücken von Tschaikowski und Dvořàk. „Viktor“ soll „Vertrautes fremd machen, Verkrustetes aufbrechen, auf bekanntes mit neuem Blick schauen“ (Die Zeit). Männer und Frauen erproben in dieser szenischen Collage zwischen wechselnden Stimmungen Möglichkeiten der Annäherung, die nur selten gelingen wollen. Ein intensiver und stimmungsvoller Abend!
11. Mai 2010 - Generalprobenbesuch „32 x“ - MichaelDouglas Kollektiv
Bereits im zweiten Jahr fördert die KunstSalon-Stiftung das Projekt „one week stand“ des MichaelDouglas Kollektiv. Das Team um Michael Maurissens und Douglas Bateman präsentiert eine mehrteilige zeitgenössische Tanzreihe, die sich mit menschlichen Impulsen und instinktiver Kreativität im Rahmen des künstlerischen Schaffensprozesses auseinandersetzt. In nur einer Woche erarbeiten Tänzer mit Choreografen und Musikern ein Stück und wurden bei „32x“ durch den Videokünstler Ludwig Kuckartz unterstützt. Der Besuch der Generalprobe bot der Tanzsociety die außergewöhnliche Gelegenheit, einen exklusiven Einblick in die Probenarbeit zu gewinnen. Im Anchluss an die Probe mit viel Bewegung und Videokunst, begleitet von elektronischer Musik, bot sich im persönlichen Gespräch mit den Tänzern die Gelegenheit, die frischen Eindrücke auszutauschen. Ein spannender Abend mit den Künstlern, deren Arbeit wir seit Jahren verfolgen.
10. März 2010 Preview: TANZTRÄUME - Jugendliche tanzen KONTAKTHOF von Pina Bausch
In Anwesenheit der Filmemacher Anne Linsel und Rainer Hoffmann haben die Mitglieder der tanzsociety eine berührende Dokumentation über die Arbeit mit Jugendlichen am Tantheater Wuppertal gesehen. Mit dem aufsehenerregenden Stück „Kontakthof“ wagte die im letzten Jahr überraschend verstorbene Pina Bausch ein generationenübergreifendes Experiment. Seit der Uraufführung im Jahr 1978 mit dem Tanztheater Wuppertal gab es zwei Inszenierungen mit Laien, die wir gemeinsam besucht haben: 1999 „Kontakthof mit Damen und Herren ab 65“ und 2008 eine Version, die mit Jugendlichen erarbeitet wurde. Die Inszenierung mit 40 Schülern Wuppertaler Schulen wurde von den ehemaligen Bausch-Tänzerinnen Jo Ann Endicott und Bénédicte Billiet geleitet. Pina Bausch hat bei den Proben regelmäßig intensiv mit den Teenagern gearbeitet und sie vor allem dazu ermutigt, „sie selbst zu sein“. Die Filmemacher Anne Linsel und Rainer Hoffmann haben den Entstehungsprozess, der mehr zeigt als die Erarbeitung eines Tanzstücks, von April bis zur Premiere im November 2008 hinweg begleitet. Der Film hat uns die Entwicklung der jungen Tänzer und Tänzerinnen, von körperlicher Ungeschicktheit und Unsicherheit bis hin zur choreographischen Perfektion gezeigt. Dabei haben die Themen des Stücks, die Suche nach Liebe und Zärtlichkeit, aber auch die damit verbundenen Enttäuschungen und Aggressionen die Jugendlichen in hohem Maße gefordert. Es war beeindruckend zu beobachten, wie sich aus einer Gruppe ganz unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Schulformen und Nationalitäten ein Ensemble gebildet hat.
Eine Veranstaltung der Kino Gesellschaft Köln gemeinsam mit Real Fiction Filmverleih, tanzsociety & filmsociety.
18. Februar 2010 "Pinball and Grace"
Nach dem Erfolg von „60 Years“ luden wir erneut zu einem Stück des Choreografen-Duos Weizman und Haver ein. Aus der langjährigen Zusammenarbeit der beiden Choreografen entstand das Projekt CLUB GUY & RONI. Die Gruppe sucht in der Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen und Künstlern nach Innovationen und hat mit dem Komponisten Michael Gordon, der an der Konzeption des Stückes mitwirkt, einen musikalischen Partner gefunden. Mit „Pinball and Grace“ realisierte das Team ein Tanzkonzert für sieben Tänzer und sechs Schlagzeuger der Percussion Group THE HAGUE. Zehn Männer und drei Frauen interagieren in einem Raum, der von Flipperästhetik mit ihren Geräuschen und ihrer Spielweise bestimmt wird. „Sie haben alle Zutaten für das Erfolgsrezept beisammen: mitreißender, ausdrucksstarker Tanz und eine intelligente Choreografie gepaart mit überzeugender Theatralität und dem nötigen Humor.“ (Dagblatt van het Noorden, 2009). Im Anschluss an die Vorstellung trafen wir uns im Erfrischungsraum des Schauspielhauses zum Gespräch mit den Choreografen und den Darstellern.




