Im Juni wird Reihe „Demokratie“ der Oper Köln fortgesetzt. In Zusammenarbeit mit dem Kunstsalon „Forum Kultur“, dem Kölner Kulturrat „Kultur im Dialog“ und phil.COLOGNE nimmt die Oper Köln bis zum 26. Juni durch eine Veranstaltungsreihe mit Podiumsgesprächen, Diskussionen und Musik aktuelle demokratische Perspektiven der Kunstform anhand der Oper „Maria de Buenos Aires“ und der Uraufführung von „Die letzten Tage der Menschheit“ in den Blick.
Am 08.06. gibt es eine Diskussion über die Mütter der Plaza de Mayo aus Anlass der sehr berührenden Oper „Maria de Buenos Aires“ mit der argentinischen Regisseurin Teresa Rotemberg, dem Musikwissenschaftler Kai Hinrich Müller und dem Dramaturgen Stephan Steinmetz Astor Piazzollas Tango-Operita „María de Buenos Aires“ ist das bekannteste Musiktheaterwerk aus Argentinien und erzählt anhand der Stadtheiligen vom kollektiven Erinnern. Argentinien hat einen langen Kampf um Demokratie und Aufarbeitung der Diktatur hinter sich. Wie stehen die Zeichen heute?
Ab dem 20.06. gibt es eine Auseinandersetzung mit der Inszenierung der Oper „Die letzten Tage der Menschheit“ – zu Beginn kann man am 20.06. an der öffentlichen Probeteilnehmen.
Am 22.06. gibt es vormittags um 11.00 Uhr unter dem Titel „Karl Kraus – Dichter, Kritiker und Zeitzeuge“ ein Gespräch über Karl Kraus, der wie kaum ein anderer die Widersprüche in der Zeit des Ersten Weltkriegs verkörpert. Unermüdlich schrieb er anklagend über das, was um ihn herum geschah und dokumentierte den Wahnsinn seiner Zeit. Ein Sprachkünstler, der die Kraft der Sprache einzusetzen wusste und niemanden verschonte. Wer war dieser Dichter und Ankläger, was war seine Musik und was bedeutet er einer demokratischen Gesellschaft heute? Die Literaturwissenschaftlerin Maria Piok und der Musikwissenschaftler Kai Hinrich Müller im Gespräch.
Am frühen Abend wird es am 22.06. ein Porträt des Komponisten Philippe Manoury gehen. Er gilt als einer der wichtigsten zeitgenössischen Komponisten und als Forscher und Wegbereiter auf dem Gebiet der Musik mit Live-Elektronik. Welche Überlegungen, Mittel und Klänge fließen in die neue Komposition des „Thinkspiels“ nach dem Drama von Karl Kraus ein? Was ist wichtig für eine zeitgenössische Musik der demokratischen Gesellschaft? Philippe Manoury berichtet zusammen mit dem Autor, Dramaturgen und Musikmanager Patrick Hahn.
Mit dem Doublefeature „Macht im Umbruch“ wird der Abend am 26.06. sicherlich ein Highlight werden. Der renommierte Politologe Herfried Münkler ist an diesem Abend gleich zweimal auf der Bühne zu erleben – in zwei aufeinanderfolgenden Gesprächsrunden, für die ein gemeinsames Ticket gilt. Im ersten Teil um, 18.00 Uhr diskutiert Münkler gemeinsam mit der Friedens- und Konfliktforscherin Nicole Deitelhoff über die tektonischen Verschiebungen der globalen Machtverhältnisse. Wie verändern Krieg, Populismus und neue geopolitische Realitäten das Selbstverständnis Deutschlands und Europas? Unter dem Titel „Macht im Umbruch“ analysieren die beiden Expert:innen im Rahmen der phil.COLOGNE die Herausforderungen für die Außen- und Innenpolitik im 21. Jahrhundert. Moderation: Wolfram Eilenberger. Im Anschluss um 19.30 Uhr geht es um den Ersten Weltkrieg vor dem Hintergrund von Karl Kraus‘ literarischem Zeitdokument DIE LETZTEN TAGE DER MENSCHHEIT. Im Gespräch mit dem Musikwissenschaftler Kai Hinrich Müller reflektiert Herfried Münkler die historischen Hintergründe und gesellschaftlichen Dynamiken des „Großen Kriegs“, und was Kraus’ Werk uns über die Entstehung und Eskalation von Kriegen – damals wie heute – lehren kann.