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DIREKTORINNENFÜHRUNG: DREI AUSSTELLUNGEN IM KÖLNISCHEN KUNSTVEREIN MIT VALÉRIE KNOLL

DIREKTORINNENFÜHRUNG: DREI AUSSTELLUNGEN IM KÖLNISCHEN KUNSTVEREIN MIT VALÉRIE KNOLL

Erstmalig sind gleich drei Ausstellungen im Kölnischen Kunstverein zu sehen, die gemeinsam eröffnet haben – die lassen wir uns gerne von Direktorin Valérie Knoll näher bringen.

„Sonderbare Tage“ ist die erste institutionelle Einzelausstellung der 1995 geborenen, in New York lebenden Künstlerin Ser Serpas in Deutschland. Serpas ist bekannt für Skulpturen aus Ausrangiertem und Straßenfunden, aber auch Gedichte, Malerei und Performances finden sich in ihrem eigensinnigen kaum kategorisierbaren Gesamtwerk. Für den Kölnischen Kunstverein entwarf sie eine ortsspezifische Arbeit, die die Ausstellungshalle in eine Bibliothek (zurück)verwandelt. Wie das mit der „Rocky Horror Picture Show“ zusammenhängt, werden wir bei der Führung erfahren.

Andreas Selg mit Fabienne Boldt und Emanuel Rossetti: „Anatomical Theatre“ ist die zweite Ausstellung – hier sehen wir ein „Theater ohne Theater“: Selg zeigt nicht das Schauspiel, sondern das „Theater in seiner Skelettform“: Regie, Dramaturgie, Bühnenbild, Maske, Requisiten. Das Publikum, die Betrachtenden können hier auf und hinter die Bühne. Der Titel der Ausstellung verweist auf den Hörsaal der anatomischen Sektion, den Ort der Zergliederung, an dem das Innere sichtbar wird.

„The Leatherman“ schließlich ist eine Gruppenausstellung mit Werken von Leonore Mau, Reba Maybury, Herbert Tobias, Dean Sameshima und Wolfgang Tillmans. Ausgangspunkt ist Peter Chatels fast verschollene Theateradaption von The Leatherman (1979, mit einem Lederkostüm von Karl Lagerfeld), das auf den fiktionalisierten Interviews zwischen dem Schriftsteller Hubert Fichte und dem St.-Pauli-Lederdominator Hans Eppendorfer beruht. Die Ausstellung verdichtet dieses Material zu einem theatralischen Gefüge über Ledermythologie, Selbstinszenierung, Mode und die Entstehung homosexueller Identitäten.

FOTO: Ser Serpas – sonderbare Tage Ausstellungsansicht, 2026, Kölnischer Kunstverein. Courtesy die Künstlerin / the artist. Foto: Mareike Tocha

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