Marseille ist seit jeher ein Ort der Ankunft für Händler, Visionäre, Künstler und Schriftsteller. In den 1930er-Jahren wurde die Mittelmeerstadt und das nahegelegene Sanary-sur-Mer zu einem der bedeutendsten Zentren des deutschsprachigen Exils. Hier suchten Autorinnen und Autoren, Intellektuelle und Kunstschaffende Schutz vor dem Nationalsozialismus, darunter Thomas Mann, Heinrich Mann und Lion Feuchtwanger.
Auf dieser Reise verbinden wir die bewegende Geschichte des Künstler- und Schriftstellerexils mit der lebendigen Gegenwartskunst des Festival de Marseille. Das Festival zeigt Tanz, Theater und Performance von internationalen Compagnien und macht die Stadt selbst zur Bühne.
Wir besuchen historische Orte des Exils in Sanary-sur-Mer und folgen den Spuren verfolgter Autorinnen und Autoren. Dabei erleben wir, wie Literatur in Hotelzimmern, Cafés und provisorischen Arbeitsräumen zu einem Mittel des Widerstands und der Selbstbehauptung wurde. In Marseille entdecken wir die Stadt als Ort der Ankunft und des Aufbruchs, in der die Exilanten den Weg in die Freiheit suchten.
Die Reise thematisiert weitere kulturgeschichtlich relevante Aspekte und führt auch zu kunsthistorischen Orten. Im Fischerdorf L’Estaque erfahren wir, wie Künstler wie Paul Cézanne die Landschaft prägten und wie hier der Kubismus entstand. Im Vallon des Auffes begegnen wir der modernen Architektur von Le Corbusier und erleben kleine, authentische Orte des Alltags am Meer.
Aktueller Termin (unter Vorbehalt): 22. – 29. Juni 2026