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REQUIEM FÜR EINE VERLORENE STADT – ASLI ERDOGAN STELLT IHR BUCH VOR

REQUIEM FÜR EINE VERLORENE STADT – ASLI ERDOGAN STELLT IHR BUCH VOR

Eine poetische und melancholische Liebeserklärung an die Stadt Istanbul

„Als würde ich Tabak rollen, forme ich mein Ich zu einer Geschichte, vermische mein Leben mit dem Tabak, mit Wein und mit dem Blau und dem Schwarz der Nacht, und blase den Rauch in die Leere.“
Auf der Suche nach dem echten Leben, seiner Armut, seinem Lärm und seiner Pracht, schweift Aslı Erdoğans literarisches Ich durch die Welt. Die Spur führt in eine ebenso reiche wie verwüstete Seelenlandschaft, in den Kindheitswald und nicht zuletzt in die verwinkelten Gassen der Stadt Istanbul.
Reflexionen über Geburt und Tod, die Suche nach der Mutter und ein Lebensziel: In Asli Erdogans vielstimmigem, collagenartigen Werk verwandeln sich magische Begegnungen und traumartige Sequenzen zu einer Biografie der Seele. Man erkennt in dem Geschilderten die Autorin selbst. Man erlebt in diesem Buch ihre Beschäftigung mit der griechischen und der ägyptischen Mythologie. Sie schildert ihre Ungewissheiten, aber auch ihre Leidenserfahrungen.

Asli Erdogan findet einen schwebenden Ton für die „Messerstiche der Zeit“. Ihre bildreiche Sprache übt einen Sog aus, dem man sich kaum entziehen kann.
Ihr „Requiem für eine verlorene Stadt“ inspirierte Künstlerinnen und Künstler immer wieder zu Bearbeitungen für Bühne, Ballett und Oper.
„Asli Erdogans Prosa ist wunderschön und phantasievoll, ihr wurde ein enormes Talent geschenkt und sie lehrt uns alle, wie wichtig das Schreiben ist.“ Ian McEwan

Aslı Erdoğan, geboren 1967 in Istanbul, ist eine der bekanntesten Schriftstellerinnen und Kolumnistinnen der Türkei und weltweit Symbolfigur für den Widerstand gegen die Willkürherrschaft in ihrer Heimat.
Sie schrieb schon in ihrer Kindheit Gedichte und Kurzgeschichten und veröffentlichte ihren ersten Text im Alter von 10 Jahren in einer Zeitschrift.
Asli Erdogan studierte Informatik und Physik an der Bosporus-Universität und schloss 1988 ihr Studium ab.
Während ihres Studiums wandte sie sich verstärkt dem Schreiben zu. 1990 veröffentlichte sie ihre erste Novelle, mit der sie den dritten Platz beim Yunus-Nadi-Preis gewann. Jedoch konzentrierte sie sich zunächst hauptsächlich auf ihre Tätigkeiten  als Wissenschaftlerin; sie arbeitete an ihrer Universität an der Fakultät für Physik. Nach der Veröffentlichung ihres ersten Romans 1996 wandte sie sich ganz dem Schreiben zu.
Ihre literarischen Werke (u.a. »Die Stadt mit der roten Pelerine« und »Das Haus aus Stein«) sind in über 20 Sprachen übersetzt, Asli Erdoğans Arbeit wurde mit einer Vielzahl von Preisen geehrt: 2010 erhielt sie den Sait-Faik-Preis, den bedeutendsten Literaturpreis der Türkei, 2017 den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis und 2018 den Prix Simone de Beauvoir.

Asli Erdogan setzt sich für alle Minderheiten ein, auch für die kurdische Minderheit in der Türkei. Im August 2016 wurde sie nach dem gescheiterten Militärputsch in der Türkei zusammen mit 22 anderen Journalisten verhaftet und monatelang im Gefängnis festgehalten, weil sie sich mit den verfolgten Mitarbeiterinnen einer kurdischen Zeitung solidarisiert hatte.

In Zusammenarbeit mit dem KulturForum TürkeiEuropa – Osman Orkan. Eine zweisprachige Veranstaltung: Türkisch / Deutsch. Übersetzung und Moderation Osman Okkan

FOTO: Nora Lorek

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