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„WER HAT MEINEN VATER UMGEBRACHT“ VON ÉDOUARD LOUIS IM STUDIO TRAFIQUE

„WER HAT MEINEN VATER UMGEBRACHT“ VON ÉDOUARD LOUIS IM STUDIO TRAFIQUE

Bevor die Bühnen Köln im September die große Eröffnung feiern, widmen wir uns mit einem Besuch des Studio Trafique der freien Szene. „Wer hat meinen Vater umgebracht“ verbindet politisches Theater mit digitaler Medienkunst und inklusiven Arbeitsweisen. Basierend auf dem preisgekrönten Roman von Édouard Louis verknüpft die Inszenierung persönliche Biografie mit messerscharfer soziologischer Analyse. In klarer, unnachgiebiger Sprache wird gezeigt, wie politische Entscheidungen Lebensläufe prägen. Die soziale Realität, die Louis beschreibt, spiegelt dabei aktuelle Entwicklungen in Deutschland wider, vom Abbau sozialer Sicherungssysteme bis hin zur wachsenden gesellschaftlichen Spaltung.

Vier Schauspielende in einem ständigen Wechsel zwischen Opfer-, Täter- und Zeug*innenrollen machen sichtbar, wie tief soziale Herkunft und ökonomische Gewalt in uns verankert sind. Die Inszenierung macht die harten Fakten politischer Verantwortung sinnlich erfahrbar und schafft einen Ort kollektiver Verantwortung. Hier wird Solidarität nicht nur als Wort, sondern als einziges utopisches Mittel begriffen, um die Spirale unterdrückender Gewalt endlich zu durchbrechen.

Édouard Louis gilt als einer der wichtigsten jungen Intellektuellen Frankreichs. Seine Texte sind radikal ehrlich und beschreiben die wachsende gesellschaftliche Spaltung. Diese Produktion verleiht Louis’ Texten eine neue Aktualität und Dringlichkeit, die in der für Björn Gabriel typischen Live-Film-Theater-Ästhetik sinnlich erfahrbar wird.

Nominiert für den Kölner Theaterpreis und den Kurt-Hackenberg-Preis 2026!

FOTO: c/o Studio traffique

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