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Futur3

Art Against War - ApplausUkraine (c) Christian Hermann

Futur3

Futur3 wurde im Herbst 2003 als Theaterkollektiv in Köln gegründet. Schon mit ihren ersten Produktionen suchen sie Aufführungsorte außerhalb fester Theaterhäuser, machen die Stadt selbst zur Bühne und inszenieren oftmals mit aufwändiger Logistik auf einen bestimmten – öffentlichen oder privaten – Raum hin. Futur3 fordert ein aktives Publikum, das die Rollen annimmt, die ihm dramaturgisch zugedacht sind. Das partizipative Moment schließt ein, dass Theater auch als Ritual gefeiert wird. Gemeinsames Essen und Trinken gehören bei Futur3-Produktionen dazu. So treten Zuschauer wie Theatermacher in einen direkten Dialog über die immer auch politisch geprägten Themen von Futur3: Krieg, Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit und Gentrifizierung, Utopien. Aber auch Tabus, der Umgang mit Tod, Familie, Liebe, die eigene Biografie. Erlebtes, Fakten, Meinungen und Fiktion vermischen sich, wenn im Probenprozess die Kondensate der oft sehr ausführlichen Recherchephasen auf die Improvisationen der Schauspieler treffen. Häufig werden die Probenergebnisse durch die Arbeit von Autoren literarisch verdichtet. 

Futur3 sucht nicht nur eine transdiziplinäre Zusammenarbeit mit Autoren, Musikern, Tänzern, mit Wissenschaftlern, Streetworkern und Bestattern, sondern ebenso die Internationalität: Arbeitskontakte, Festivaleinladungen und Koproduktionen mit Theaterkünstlern in der Ukraine, Polen, USA, Italien, Israel, Singapur, Schweiz und Belgien haben die Arbeiten der letzten Jahre bereichert. Formal denkt Futur3 das Theater beständig weiter, stellt es in Frage und erfindet es als theatrales Happening oder begehbare Installation neu. Der Dialektik aus Spielen und Zuschauen im Moment der Performance werden diskursive Formate an die Seite gestellt, die das Theater zu einem nicht nur ästhetischen Ort gesellschaftlicher Auseinandersetzung machen.

Futur3 verarbeitet in der künstlerischen Arbeit und in deutsch-ukrainischer Kooperation, welche Auswirkungen Grenzziehungen – gesellschaftliche, politische und individuelle – auf die Identität von Gesellschaften, Gruppen und den Einzelnen hat. Seit Februar 2022 haben sich diese Themen und Fragestellungen verschärft und eine breite Aufmerksamkeit. Diese neue Aufmerksamkeit wandelt Futur3 in konkrete Hilfe und macht seit Wochen immer wieder auf Spendensammlungen und Forderungen zur Unterstützung der Ukraine aufmerksam. Weitere Informationen zu den Hilfsprojekten finden sich auf der Website von Futur3.

Futur3 ist mit „1934 – Stimmen“ für den KunstSalon-Theaterpreis 2022 nominiert.

 

Foto: Art Against War (c) Christian Hermann

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