Andres Veiel (*1959 in Stuttgart) absolvierte parallel zu seinem Psychologiestudium eine Regie-Ausbildung am Berliner Künstlerhaus Bethanien, unter anderem bei Krzysztof Kieslowski. 1994 polarisierte Veiel Kritik und Publikum mit seinem umstrittenen Film BALAGAN. In seinem persönlichsten Film DIE ÜBERLEBENDEN (1996) machte er sich auf die Spuren von drei Klassenkameraden, die sich umgebracht haben. Einem großen Publikum wurde Veiel 2001 durch BLACK BOX BRD bekannt. 2004 beendete Veiel mit DIE SPIELWÜTIGEN seine dokumentarische Langzeitbeobachtung über vier Schauspielschüler. Sein Theaterstück DER KICK über einen Foltermord in Brandenburg wurde am Berliner Maxim Gorki Theater uraufgeführt und zum Berliner Theatertreffen eingeladen. 2006 kam die Verfilmung ins Kino. 2011 feierte sein erster Spielfilm WER WENN NICHT WIR im Wettbewerb der Berlinale Premiere und wurde mit dem Alfred-Bauer-Preis ausgezeichnet. 2012 führte Veiel Gespräche mit Vorstandsmitgliedern verschiedener Banken. Daraus entwickelte er das Stück DAS HIMBEERREICH, das am Deutschen Theater Berlin 2013 unter seiner Regie uraufgeführt wurde. 2017 wurde im Wettbewerb der Berlinale Veiels nächster Kinodokumentarfilm uraufgeführt: BEUYS, eine filmische Auseinandersetzung mit Leben und Werk des Künstlers Joseph Beuys. Für seine Arbeiten erhielt Veiel mehr als 40 Auszeichnungen, darunter den Europäischen und mehrfach den Deutschen Filmpreis. Er ist Mitglied der Deutschen und der Europäischen Filmakademie sowie der Akademie der Künste und lehrt an verschiedenen Hochschulen, zum Beispiel an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) und der Universität Zürich.

Beim jour fixe soirée im Mai 2017 stellte der vielfach ausgezeichnete Regisseur („Black Box BRD“) seinen diesjährigen Berlinale-Wettbewerbsbeitrag „BEUYS“ bei unserer bis auf den letzten Platz ausverkauften Premiere im Weisshaus Kino im Gespräch mit Filmjournalist Daniel Kothenschulte persönlich vor. Dabei erzählte Veiel von seinem großen Interesse an Beuys, der ihn zunächst in den 1970er Jahren mit seiner provokanten Kunst, die die Museumsmauern aufzubrechen verstand, beeindruckte. 2008 besuchte Veiel eine große Beuys-Ausstellung in Hamburg, wo für ihn dessen Ideenräume sichtbar wurden. Hier setzte er mit seiner Arbeit an und verbindet in seinem Film Beuys‘ Ideenräume, Werke und Biografie. Aus mehr als 300 Stunden Audiomaterial, 400 Stunden Bewegtbild und knapp 10.000 Fotos knüpfte Veiel mit seinen Editoren Stephan Krumbiegel und Olaf Voigtländer in 18 Monaten Schnitt eine stringente Erzählung, die keine lineare Fassung des Lebens des Künstlers zeigt, sondern als kluge Collage Joseph Beuys porträtiert.