Neue Atelierstipendiatin Rebekka Benzenberg

By Katharina Waltrich März 26, 2021

Vergangenen Monat haben wir Ihnen bereits Aylin Leclaire vorgestellt, die dieses Jahr unser Atelierstipendium erhalten hat. Was uns aber besonders freut: Dieses Mal konnten dank großzügiger Förderung gleich zwei Künstlerinnen von dem Stipendium profitieren. Heute stellen wir Ihnen Rebekka Benzenberg vor.

Rebekka Benzenberg machte Ende des letzten Jahres ihren Abschluss 2020 an der Kunstakademie Düsseldorf als Meisterschülerin der Klasse Hörnschemeyer.
Sie schafft Installationen mit alltäglichen, hoch assoziativen Materialien, deren Charakter sich in der Neuverabeitung allerdings stark verändert.

Aktuell konzentriert sie sich hauptsächlich auf ein sehr umstrittenes, aber vielerorts immer noch prestigeträchtiges Material: Pelz.
In ihrem Düsseldorfer Atelier findet sich eine ganze Wand mit alten, aussortierten Pelzmänteln vom Flohmarkt. Ehemals getragen als Statussymbol, nun Überreste aus Zeiten, in denen das Tragen von Pelz auch hier eher hoch angesehen als fragwürdig war. Die meisten assoziieren mit diesem Anblick leidende, nicht artgerecht gehaltene Nager oder Füchse und ganz aktuell denken wir an im letzten Jahr millionenfach getötete Nerze in Dänemark, bei denen eine neue Mutation des Coronavirus aufgetreten war.

Rebekka Benzenberg löst das Futter aus den Kleidungsstücken und liest auf den Rückseiten der vernähten Pelze Prozesse ihrer einstigen Entstehung ab, kleine Notizen auf dem Leder und Nähte lassen die komplexen Arbeitsschritte der Pelzverarbeitung nachvollziehen. Vorder- und Rückseiten macht die Künstlerin sichtbar, indem sie einzelne Pelzstücke in Polyesterquadrate einschließt, sie dort förmlich „einfriert“. Die Vorderseiten werden teilweise gebleicht oder angesprüht. Je nach Lichteinfall erhält das Polyester einen natürlichen Charakter, wie eine Eisschicht, in der Luftbläschen eingeschlossen sind, strahlende Effekte sind das Resultat.

Rebekka Benzenberg nutzt ferner Materialien wie Nylon, Ketten, Schaumstoff(-matratzen), arbeitet mit Sound, Licht und Text. Die Bedeutung der Werkstoffe verändert sich innerhalb der von ihr gewählten Kombinationen. Ihre installativen Anordnungen sind oftmals durchdrungen von Härte und Düsternis und zeugen gleichzeitig von Eleganz.

Aktuell zu sehen:

Der Kunstraum Gold + Beton in den Ebertplatzpassagen zeigt voraussichtlich ab dem 27. April Arbeiten von Rebekka Benzenberg (Eröffnung geplant für den 26.04.)

„Too much future“, Einzelausstellung in der Galerie Anton Janizewski, Goethestr. 69, 10625 Berlin, zu sehen noch bis 8. Mai, Anmeldung unter info@antonjanizewski.com

„Coming To Voice“, Absolvent_innen der Kunstakademie Düsseldorf, K21 – endete leider bereits am 21.3., auf der Seite der Kunstsammlung gibt es aber eine tolle digitale Tour.
Diese Austellung und Rebekka Benzenberg in der Presse: https://www.gallerytalk.net/coming-to-voice-kunstammlung-dusseldorf/

https://rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/kultur/70-junge-positionen-aus-der-kunstakademie-im-k-21-coming-to-voice-_aid-56259277