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„Wir haben es nicht gut gemacht.“ – Auswahl des Briefwechsels zwischen Ingeborg Bachmann und Max Frisch 1958-1972

„Wir haben es nicht gut gemacht.“ – Auswahl des Briefwechsels zwischen Ingeborg Bachmann und Max Frisch 1958-1972

Zwei berühmte und bedeutende Schriftsteller wurden eines der berühmten Liebespaare des 20. Jahrhunderts, Ingeborg Bachmann und Max Frisch. Durch ihr häufiges Getrenntsein entstand ein einzigartiger Briefwechsel von 299 Briefen mit fast 600 Seiten. Die Veröffentlichung im Winter 2022 wurde als literarische Sensation gefeiert. Denn das Besondere der Briefe, die vor mehr als einem halben Jahrhundert geschrieben wurden, ist, dass sie wirken, als wäre kein Tag seither vergangen, so gegenwärtig wirken sie; und das trotz der Veränderungen, die in diesen 65 Jahren im Mann-Frau-Verhältnis passiert sind. Die Unmittelbarkeit verdankt sie der literarischen Qualität, mit der Bachmann und Frisch selbst intimste Gedanken in Worte zu fassen in der Lage sind. Worte, die jeder kennt, und doch so genau formuliert sind, dass sie jede Alltäglichkeit überhöhen in eine existentielle Auseinandersetzung über Liebe und Beruf. Denn dieser Briefwechsel ist nicht nur eine Auseinandersetzung über die Wahrheit der Gefühle, über Schuld und Verrat, sondern er ist auch ein Wettstreit um den treffenden Ausdruck. Durch die unerbittliche Suche, sich genau auszudrücken, erreichen sie unbeabsichtigt den fremden Leser oder Hörer bei sich selbst. Nicht der Voyeurismus, am Innenleben dieser beiden berühmten Menschen teilhaben zu können, macht die Faszination aus, sondern wie stark ihre Briefe ein intensives Miterleben bei uns bewirken. Es zeigt, wozu Sprache, wozu jedes einzelne Wort fähig ist.

Barbara Petritsch und Nicolas Brieger bringen diese Briefe in eine Art szenischen Dialog, der der Intensität dieses außergewöhnlichen Liebespaars gerecht wird.

Barbara Petritsch, geboren 1945, aufgewachsen in Admont, absolvierte ihre Schauspielausbildung an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Graz. Es folgten Engagements u. a. an den Münchner Kammerspielen, am Schauspielhaus Bochum, am Schauspiel Frankfurt, an der der Freien Volksbühne und am Schillertheater Berlin. Seit 1999 ist sie Ensemblemitglied am Burgtheater Wien. 2022 wurde ihr der Berufstitel Kammerschauspielerin verliehen. Barbara Petritsch ist neben ihrer Tätigkeit am Burgtheater, so wie anderen Theatern mit Gastengagement, in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen.

Nicolas Brieger stammt aus Berlin. Er arbeitete zunächst als Schauspieler im Theater, aber auch in Fernseh- und Kinoproduktionen. Seine Arbeit als Regisseur führte ihn u. a. an die großen deutschen Bühnen, nach Basel sowie an das Burgtheater Wien und zu den Wiener Festwochen. Von 1988 bis 1992 war er Schauspieldirektor am Nationaltheater in Mannheim. Zu seinen Operninszenierungen gehören klassische Werke von Mozart, Verdi, Puccini und Janacek wie auch moderne Opern Schönbergs, Korngolds, Henzes, Messiaens und Rihms. Er inszenierte an renommierten Opernhäusern in Europa und den USA  sowie bei den Bregenzer Festspielen.

FOTO: beide privat, Cover: Suhrkamp Verlag

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